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Grüne gegen Erdölförderung

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Von: Steffen Kahl

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Oerrel. „Das geplante Bohrprojekt Hankensbüttel-Süd 96 und 97 steht im wahrsten Sinne des Wortes in den Startlöchern“, verkündet das Unternehmen Dea seit dem 22. Dezember auf der Internetseite bohrung-hankensbüttel. de.

Die Sondierungsbohrungen sind abgeschlossen, es wurde ausgeschlossen , dass Findlinge das Einbringen sogenannter Standrohre behindern werden.

Weiter heißt es, dass man bei Dea damit rechne, dass mit dem Bau des Bohrplatzes noch im Januar begonnen werde. Fünf Monate soll die anschließende Testbohrung dauern. „Vor der Hacke ist es dunkel“, verweist Dea-Sprecher Derek Mösche auf Bergbau-Sprichwort. „Erst wenn wir fündig werden, wissen wir, ob eine Mehrförderung realisierbar ist und wir die Produktion aufnehmen.“ Seit 1954 ist das Unternehmen in dem Erdölfeld aktiv.

Unterdessen versucht Imke Byl, Landtagsabgeordnete der Grünen, die eigentliche Erdölförderung auf dem neuen Bohrplatz noch zu verhindern. Hierzu teilt Byl mit: Die Landesregierung aus SPD und CDU beabsichtige, zu prüfen, ob Erdölförderung in Trinkwasserschutzgebieten grundsätzlich zu untersagen sei. Und der neue Bohrplatz liege im Trinkwasserschutzgebiet Schönewörde. Auf Anfrage habe die Regierung unter Berufung auf das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) aber ausschließlich „eine Bohrung im Landkreis Verden“ als eine geplante Erdöl- oder Erdgasbohrung in Wasserschutzgebieten genannt.

Byl verlangt in der Folge Klarheit und bekommt diese durch die gestrige IK-Recherche: Ein „Kommunikationsfehler“ sei geschehen, so LBEG-Sprecher Björn Völlmar. Das Bohrprojekt Hankensbüttel- Süd hätte bei der Antwort auf die Anfrage der Grünen erwähnt werden müssen. Und: Die eigentliche Erdölförderung sei noch nicht zugelassen.

„Wir wollen keine Erdölförderung in Trinkwasserschutzgebieten“, erklärt Byl daraufhin gegenüber dem IK. Erdölförderung, zumal in einem Trinkwasserschutzgebiet, sei risikobehaftet. Die Landesregierung solle nun konsequent handeln und sich nicht mit dem Prüfen begnügen. Über ein Moratorium könne verhindert werden, dass bis zu einer endgültigen politischen Entscheidung Fakten geschaffen würden – zum Beispiel beim Erdölfeld Hankensbüttel.

Für die Dea verweist Sprecher Derek Mösche auf die jahrelange Förderung, die erteilte Ausnahmegenehmigung gemäß der Wasserschutzgebietsverordnung Schönewörde durch den Kreis Gifhorn und den hohen Stellenwert, den Trinkwasserschutz für die Dea habe. So seien besagte Stand-rohre dafür da, die Süßwasserschichten zu umgehen, und eine Verunreinigung des Trinkwassers auszuschließen. Die Umweltverträglichkeit sei auch der Grünen-Fraktion im Kreistag dargelegt worden. Mösche: „Wir haben alle Beteiligten früh eingebunden und können Bohrungen umweltgerecht realisieren – auch in Trinkwasserschutzgebieten.“

Von Steffen Kahl

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