Bürger bemängelt Einsehbarkeit an Kreuzung bei Dedelstorf / Behörden sehen keine größeren Probleme

Großer Kain als „Mausefalle“?

+
Die Kreuzung Großer Kain bei Dedelstorf ist zum Teil schlecht einsehbar, kritisiert ein Bürger. Doch die Ampelkreuzung ist bei der Polizei nicht als Unfallschwerpunkt geführt. Auch bei der Wolfenbütteler Landesstraßenbaubehörde gilt sie nicht als problematisch.

Dedelstorf. Ein Wahrenholzer Bürger moniert, dass die Kreuzung Großer Kain bei Dedelstorf zum Teil schlecht einzusehen sei. Bei den Behörden ist die Kreuzung, an der B 244, B 4 und L 282 aufeinandertreffen, weder als Unfallschwerpunkt bekannt noch gebe es dort größere Probleme.  

„Das ist eine Mausefalle für Linksabbieger“, sagt der Bürger.

Damit zielt er auf die Situation ab, wenn man auf der L 282 aus Richtung Steinhorst kommt und dann nach links auf die B 4 Richtung Uelzen abbiegen möchte. „Man sieht durch die Bäume dort Entgegenkommende aus Richtung Hankensbüttel zu spät.“ Diese würden mit Tempo 70 – oder unerlaubterweise auch mehr – angefahren kommen. Der Bürger regt daher Änderungen bei der Ampelschaltung an.

Der Wahrenholzer erinnert im Zuge seiner Kritik an einen Unfall, der sich kürzlich am Großen Kain ereignete. Zur Erinnerung: Am 7. Juli war eine Kradfahrerin bei einem Unfall an der Ampelkreuzung schwer verletzt worden (das IK berichtete). Ein 66-jähriger Celler war mit seinem Audi auf der L 282 aus Steinhorst kommend in Richtung Hankensbüttel gefahren. Er hatte nach links auf die B 4 in Richtung Uelzen abbiegen wollen. Die Ampel hatte für ihn Grün gezeigt. Beim Abbiegen hatte er laut Polizei eine entgegenkommende, in Richtung Steinhorst fahrende 20 Jahre alte Kradfahrerein aus Hankensbüttel übersehen. Diese war mit der Front des Pkw kollidiert.

Manuela Hahne, stellvertretende Sprecherin der Polizeiinspektion Gifhorn, unterstreicht auf IK-Anfrage, dass die Kreuzung nicht als Unfallschwerpunkt gelistet sei. Das Freischneiden der Bäume falle in den Aufgabenbereich der Wolfenbütteler Landesstraßenbaubehörde. Ganz generell bei Kreuzungen sei Verkehrsteilnehmern stets anzuraten, sich mit ihrem Fahrzeug langsam an den Kreuzungsbereich heranzutasten, sich sorgfältig in beide Richtungen umzuschauen und dann zügig die Kreuzung zu überqueren, wenn alles frei ist. Wenn man die gefahrene Geschwindigkeit der anderen Verkehrsteilnehmer nicht richtig einschätzen könne, solle man in Zweifelsfall lieber warten, so Hahne. Mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer müsse immer gerechnet werden. Möglicherweise entwickele sich vor Ort ja auch eine Initiative von Bürgern, die Maßnahmen vorschlagen, wie man dort mehr Sicherheit schaffen könne, etwa durch großflächige Verkehrsspiegel.

Henning Schwägermann, Fachbereichsleiter für Betrieb und Verkehr bei der Wolfenbütteler Landesstraßenbaubehörde, sagt auf IK-Anfrage zum Thema Einsehbarkeit am Großen Kain: „Die Sicht war mal nicht frei.“ Daraufhin habe man die Bäume freigeschnitten. Aber ansonsten gebe es in Sachen Kreuzung „kein Problem“. Schwägermann betont: „Sie ist kein Unfallschwerpunkt.“ Die Vorwegweiser – das sind die Straßenschilder vor jeder Abbiegung an Landes- und Bundesstraßen – würden sich nicht verschieben lassen, auch weil Bäume im Weg seien. „Wir kennen das Thema schon, aber da lässt sich nicht viel machen.“

Gedanken darüber, ob man den Schlenker auf der B 244 aus Richtung Hankensbüttel kommend – kurz vor der Kreuzung – baulich anders gestalten könnte, würde man sich laut Schwägermann seitens der Behörde nur machen, wenn die Kreuzung als Unfallschwerpunkt ausgewiesen werden würde.

Von Paul Gerlach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare