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Großeinsatz für Feuerwehren

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Der Hankensbütteler Thomas Krummel mit seinem Elektro-Renault. Mit dem Auto ist er schon durch Deutschland gefahren. Archivfoto: Peter

Hankensbüttel. Großeinsatz für Feuerwehren gestern Morgen um 6. 40 Uhr in Hankensbüttel: Kellerbrand in einem Wohnhaus, hieß die Meldung, die bei der Einsatzleitstelle einging.

Aufgrund dieser Nachricht wurde ein Großaufgebot an Feuerwehren alarmiert, die mit zwölf Einsatzfahrzeugen ausrückten.

Wie sich dann herausstellte, war in der Tiefgarage des Wohnhauses am Amselstieg die Batterie eines Elektroautos in Brand geraten. Vermutlich durch Überhitzung während des Ladens, wie die Polizei gegenüber dem IK erklärte.

Unter schwerem Atemschutz drangen Feuerwehrmänner in die verqualmte Tiefgarage vor und befestigten ein Seil am Fahrzeug, das dann aus der Garage gezogen wurde. Für die Brandschützer, die zuerst Wasser und dann Schaum einsetzten, war es schwierig die überhitzte Batterie zu löschen. „Die ist schwer zugänglich, denn die Batterie sitzt dort, wo bei anderen Fahrzeugen der Tank angebracht ist“, erklärt Hankensbüttels stellvertretender Ortsbrandmeister Christian Petersen.

Durch das verbrannte Plastik war die Garage mit einem Rußfilm überzogen worden. Auch das Treppenhaus des Wohnhauses war verqualmt und musste mit Hilfe eines Lüfters der Wittinger Feuerwehr belüftet werden. Die Hankensbütteler, die ebenfalls über einen Lüfter verfügen, konnten ihn nicht einsetzen, da sich das Einsatzfahrzeug derzeit beim TÜV befindet, wie Petersen erklärte.

Um sicher zu gehen, dass keine giftigen Stoffe durch den Brand entstanden sind, wurde aus Wahrenholz ein Gas-Wasser-Gerät (GWG) angefordert. Alle Messergebnisse seien im grünen Bereich gewesen. Das gilt auch für die Bewohner, die auf Rauchgas untersucht wurden. „Auch dieses Ergebnis war negativ“, erklärt der stellvertretende Ortsbrandmeister.

Den Sachschaden am rund 15 Jahre alten Elektroauto schätzt die Polizei auf etwa 5000 Euro. Wie hoch der Schaden am Wohnhaus ist, könne man noch nicht sagen, hieß es.

Im Einsatz waren neben den Hankensbüttelern die Wehren aus Schweimke, Wierstorf, Emmen und Wentorf sowie aus Wahrenholz und Wittingen. Vorsorglich angefordert worden waren auch der DRK-Rettungsdienst und das SEG, die Schnelle Einsatz-Gruppe.

Besitzer des Elektroautos ist der Hankensbütteler Thomas Krummel. Getankt wird nicht, ein Elektroauto wird geladen, und zwar mit Hilfe der häuslichen Steckdose. Das Elektromobil hat der Physiklehrer im Internet erstanden durch einen Insiderkreis für Elektro-Autos. Aus Frankfurt wurde das Auto, Baujahr 1996, per Anhänger abgeholt (das IK berichtete).

Sechs bis acht Stunden lädt das Auto an der Steckdose. Ist das Fahrzeug aufgeladen, fährt es etwa 80 Kilometer. Für Krummel als Physiker ist das Elektro-Auto natürlich auch aus wissenschaftlicher Sicht interessant. Anders als ein spritbetriebenes Fahrzeug nutze des Elektromobil 90 Prozent der Energie, der Rest bildet die Abwärme.

Im Winter braucht er deshalb eine Standheizung. Im Auto steckt eine 250 Kilo Batterie, leistungsfähig, mit einer hohen Energiedichte. Die Bewegung aus dem Fahrzeug geht zum großen Teil in die Batterie zurück. Krummel: „Mit wenig Energie kommt man erstaunlich weit.“ An einer Wand im Keller ist eine Sicherung mit Steckdosen für normalen und stärkeren Strom montiert.

Fahrten in die nähere Umgebung sind kein Problem. Bei längeren Fahren, an denen Krummel schon teilgenommen hat, ist eine gute Planung wichtig, um nicht stehen zu bleiben. Da muss man wissen, wo Ladestationen sind. So nahm der Hankensbütteler in diesem Jahr an der „Tour de Ruhr“ teil und legte dabei 1157 Kilometer zurück.

Von Walter Manicke

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