Geplante Verlängerung der Schulzeit an Gymnasien unproblematisch

Genug Platz ist für alle da

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Ob Abitur nach acht Jahren oder demnächst wieder nach neun Jahren Schulzeit am Gymnasium: Nach Aussage von Evelin Wißmann, Erste Kreisrätin, steht auch am Gymnasium in Hankensbüttel genügend Schulraum zur Verfügung.

Landkreis Gifhorn. Der Abschied vom Abitur nach acht Jahren Gymnasiums-Besuch ist so gut wie sicher (das IK berichtete). Jetzt geht es um Details, wie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) Mitte der Woche angekündigt hatte.

Sie sollen von der eingesetzten Expertenkommission Ende März vorgelegt werden.

Abseits der bildungspolitischen Frage, ob das Abitur nach acht (G 8) oder neun Jahren (G 9) auf dem Gymnasium abgelegt werden soll, müsste gleichwohl auch der Schulträger von einer Wiederheraufsetzung der Schulzeit betroffen sein.

Evelin Wißmann

Im Gifhorner Kreishaus sieht man hingegen der bevorstehenden Entscheidung in der Landeshauptstadt gelassen entgegen. Vom baulichen Teil ergäben sich beim Gymnasium Hankensbüttel, beim Humboldt- und Otto-Hahn-Gymnasium in Gifhorn sowie beim Sibylla-Merian-Gymnasium in Meinersen keine Probleme, so Erste Kreisrätin Evelin Wißmann. Sie seien beim Bau schließlich auf eine Gymnasialzeit von neun Jahren ausgelegt worden. Zudem werde mit der Planung einer dritten Gesamtschule im Landkreis demnächst weiterer Schulraum geschaffen, der die bestehenden Gymnasien weiter entlaste, so die Spitzenbeamtin im Gifhorner Schloss.

Zudem dürfte im Laufe der kommenden Jahre trotz Rückkehr zu G 9 noch mehr Schulraum als bisher zur Verfügung stehen. Denn die aktuelle Fortschreibung des Schulentwicklungsplans, erstellt im vergangenen Jahr, prognostiziert auch für die Gymnasien erheblich rückläufige Schülerzahlen. Zwischen dem Schuljahr 2011/12 und dem Schuljahr 2021/22 sinken die Schülerzahlen an den Gymnasien um rund 25 Prozent im Landkreis. Also von 6566 auf nur noch 4901 Jugendlichen. „Vor dem Hintergrund gehe ich nicht davon aus, dass trotz der Rückkehr zu G 9 noch zusätzlicher Schulraum geschaffen werden muss“, so Wißmann. Bereits jetzt stehe Schulraum leer und der Leerstand werde sich angesichts der obigen Zahlen noch vergrößern. Hier könne es allenfalls darum gehen, Leerstand intelligent zu nutzen. Neubau von Schulraum bei gleichzeitigem Leerstand anderenorts werde unter finanziellen Erwägungen kaum zu rechtfertigen sein, so Evelin Wißmann.

Insofern hat jedenfalls der Schulträger eine gewisse Klarheit, was seine weitere Schuplanung angeht. Wohingegen Eltern und Lehrer zurzeit eben noch nicht im Detail wissen, wo die Reise an den Gymnasien demnächst hingeht.

Von Jens Schopp

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