Gemeinde Sprakensehl kämpft mit schwieriger Haushaltslage

„Immer Minus auf Konto“

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Die Gemeinde Sprakensehl hat mit ihrer finanziellen Situation zu kämpfen.

Sprakensehl. Die Gemeinde Sprakensehl hat mit ihrer finanziellen Situation zu kämpfen. Der Haushalt ist nicht ausgeglichen: Es entsteht laut Haushaltsplanentwurf ein Fehlbedarf von 44 .000 Euro. Auch in 2015 und 2016 werden voraussichtlich Fehlbedarfe entstehen.

Erst 2017 zeichnet sich wieder ein kleiner Überschuss ab.

Zur kurzfristigen Überbrückung von Liquiditätsengpässen sind 250 000 Euro Liquiditätskredite für das Haushaltsjahr 2014 eingeplant. Die Erträge belaufen sich auf 862 300 Euro, die Aufwendungen auf 906 300 Euro. Die Hebesätze für die Grundsteuer A und B bleiben weiterhin bei 370 Prozent. Als neuer Posten kommt die Personal- und Sachkostenverrechnung mit der Samtgemeinde hinzu: 37 600 Euro sind dafür angesetzt worden. „Wir sind auch Samtgemeinde. Wir müssen den Arbeitswert für das bezahlen, was bei der Verwaltung die Gemeinde Sprakensehl betrifft“, sagte Bürgermeisterin Christiane Fromhagen am Freitagabend im Sprakensehler Vorbereitungsausschuss.

Die Gemeinde hat kaum Einfluss auf die Posten im Haushalt: Mit 87 Prozent machen die Steuereinnahmen den Löwenanteil bei den Einnahmen aus. Gleichzeitig gehen 81 Prozent der Aufwendungen als Umlagen an die Samtgemeinde (415 100 Euro) und den Kreis (278 300 Euro). Das Verhältnis zwischen Steuererträgen und Umlagen ist damit nahezu ausgeglichen. „Das ist für unsere kleine Gemeinde dramatisch“, sagt Nicole Zergiebel, Haushaltsexpertin der Verwaltung. „Während die Zahlen von 2011 und 2012 gut aussahen, sind sie 2013 eingebrochen“, sagt Zergiebel. Liquiditätskredite seien dauerhaft nötig. „Wir haben immer Minus auf dem Konto.“

Die Gemeinde hat auf ihre missliche finanzielle Lage reagiert: Im Dezember wurde ein Darlehen über 22 713 Euro aufgenommen, das noch bis zum 30. Dezember 2018 läuft und einen Zinssatz von 1,69 Prozent aufweist. Durch die negative Entwicklung der Finanzen in den vergangenen Jahren muss die Gemeinde Sprakensehl – wie auch schon die Samtgemeinde und die Gemeinde Hankensbüttel (das IK berichtete) – ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen. Dies wurde am Freitag einstimmig an den Rat empfohlen. Ratsherr Hans-Heinrich Schroeder (CDU) äußerte angesichts der gebundenen Hände der Gemeinde bei den Finanzen sein Unverständnis darüber, dass überhaupt eine Arbeitskraft in der Verwaltung dafür bezahlt werden müsse, ein solches Konzept aufzustellen. Auch Bürgermeisterin Fromhagen sagte: „Bei uns gibt es keine Völlerei. Wir geben nichts Unnötiges aus.“ Seite 4

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