„In allen Orten erschreckend“

Gemeinde Dedelstorf: Werte bei Tempomessungen teils deutlich zu hoch

Tempomessgerät an der Straße Langer Hagen in Allersehl.
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An der Straße Langer Hagen in Allersehl hängt aktuell das Tempomessgerät der Gemeinde Dedelstorf. In der Tendenz zeigt sich, dass auch dort – wie in anderen Orten im Gemeindegebiet – zu schnell gefahren wird.
  • Paul Gerlach
    vonPaul Gerlach
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Gemeinde Dedelstorf – Die Gemeinde Dedelstorf hatte sich vor gut zwei Jahren ein eigenes Tempomessgerät angeschafft. In der Zwischenzeit ist es in einigen Orten im Gemeindegebiet aufgehängt worden. Ratsherr Bernd Meyer nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er auf die Ergebnisse angesprochen wird: „Die Werte sind in allen Orten erschreckend.“ Die Hoffnung ist nun, dass eine Verkehrsberuhigung herbeigeführt werden kann.

In Weddersehl war über vier Wochen hinweg in beiden Richtungen gemessen worden – 14 Tage von Allersehl kommend (da dort eine Baustelle zu der Zeit war, laut Meyer eine nicht so repräsentative Phase) und 14 Tage aus Richtung Hankensbüttel. Der Schnellste in dem Zeitraum war mit 107 Sachen unterwegs – mittags um 11.35 Uhr und kurz hinter der Bushaltestelle. Nach Angaben von Meyer fuhren 47,1 Prozent der Verkehrsteilnehmer aus Richtung Hankensbüttel über 50 km/h, von Allersehl kommend sogar 56,4 Prozent.

In Dedelstorf wurde einen knappen Monat lang die Fahrzeuge von Lingwedel in den Ort kommend gemessen: 60,2 Prozent von ihnen waren mit über 50 km/h unterwegs, der Schnellste hatte spätabends 108 Sachen kurz vor dem Ortsschild auf dem Tacho.

In Oerrel war laut Meyer bereits in 2020 ein Vierteljahr lang gemessen worden. 77 Prozent der Fahrzeuge waren im Ort zu schnell unterwegs.

Die Verkehrsdaten der Messung aus Lingwedel – während der B 4-Bauphase zwischen Groß Oesingen und Sprakensehl im vergangenen Jahr – zeigten auf, dass während der Bauarbeiten 1687 Fahrzeuge pro Tag durch den Ort rauschten. Unmittelbar nach der Freigabe der B 4 waren es noch 133. Innerhalb eines Zeitraumes von vier Wochen wurde dort in drei zeitlichen Abschnitten gemessen: Von den Verkehrsteilnehmern waren anfangs 68,4 Prozent, mittendrin 79,3 Prozent und im dritten Abschnitt 72,2 Prozent schneller als 50 km/h unterwegs – der Spitzenreiter mit 108 Sachen am 9. August 2020 um 1.29 Uhr.

Laut Meyer – der bei so einigen der Messungen von Ratsherr Hans-Otto Pape unterstützt worden war – wird aktuell versucht, gemeinsam mit den Behörden eine Verkehrsberuhigung zu erreichen. Mehrmals habe man schon zusammen vor Ort gestanden und die Situation besprochen. Es soll eventuell die Möglichkeit geben, über Fördermittel etwas zu erreichen. Daher ist auch Planer Volker Warnecke eingebunden. Noch gebe es dabei aber nichts Konkretes, sagt Meyer. Womöglich könne aber noch dieses Jahr etwas angeschoben werden.

Das Messgerät hängt derzeit in Allersehl. Daher gibt es dort noch keine endgültigen Ergebnisse. In der Tendenz geht es aber in die Richtung wie bei den anderen Orten, berichtet Meyer. Im Durchschnitt werde auch dort zu schnell gefahren.

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