Eindeutiges Votum bei Entscheid

Gemeinde Dedelstorf muss Straßenausbau für zwei Jahre aussetzen

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In vier Wahllokalen in der Gemeinde Dedelstorf – hier das Oerreler Gasthaus Zur Heidequelle – lief am Sonntag die Abstimmung beim Bürgerentscheid. Der Straßen- und Wegeausbau wird nun bis Ende Oktober 2021 ausgesetzt.

Dedelstorf – Die Entscheidung ist gefallen. In den Wahllokalen in Weddersehl, Langwedel, Oerrel und Repke wurde den ganzen Sonntag über fleißig abgestimmt.

Beim Bürgerentscheid in der Gemeinde Dedelstorf ging es um die Frage: „Sind Sie dafür, dass der Ausbau der Straßen und Wege in der Gemeinde Dedelstorf bis zum Ende der laufenden Ratswahlperiode am 31. Oktober 2021 ausgesetzt wird?“. Nach dem vorläufigen Ergebnis stimmten nach Angaben der Samtgemeinde Hankensbüttel 533 Bürger – das sind 82,5 Prozent – mit Ja, 109 mit Nein.

Somit wurden 646 Stimmen abgegeben, 4 davon waren ungültig. Abstimmungsberechtigt wären 1.037 Bürger gewesen. Das endgültige Ergebnis wird der Wahlausschuss am morgigen Mittwoch um 18 Uhr feststellen.

Das eindeutige Abstimmungsergebnis kam nicht überraschend, sagt der Dedelstorfer Bürgermeister Bernd Rodewald. Damit sei das Stimmungsbild abgerufen worden. Die geplante Erneuerung des Fußweges an der Repker Dorfstraße inklusive der Nebenanlagen und auch ein Neubau der Straße Am Buschfeld in Langwedel (das IK berichtete) seien als Projekte mit Fördergeldern in nächster Zeit nicht mehr umzusetzen. „Das akzeptieren wir.“

Nun sind erst mal politische Beratungen in den Gremien für diese Projekte notwendig, sagt Rodewald. Eine Sanierung des Gehweges in Repke halte er angesichts dessen unsäglichen Zustandes für nötig. Dort müsse etwas passieren.

Ohnehin müsse man sich nun überlegen, wie die Ratsarbeit fortgesetzt und die weitere Vorgehensweise verfolgt werde, so der Bürgermeister. „Das wird dem einen oder anderen Ratsmitglied schwer fallen“, glaubt Rodewald. Aber es gehe in der Kommune nicht nur um den Straßenausbau, sondern auch um andere Themen. Aber gleichwohl zeige sich in Sachen Infrastruktur beim Blick auf Gemeinden wie Sprakensehl und Steinhorst, dass dort Förderantrage über die Dorfentwicklung bewilligt worden sind und diese Maßnahmen umgesetzt werden. „In dem Bereich können wir nun nichts mehr machen“, hält er fest.

Manuela Schmidt von der Bürgerinitiative „Dedelstorfer für Dedelstorf“ sagt auf IK-Anfrage: „Wir freuen uns über das überwältigende Ergebnis, die Wählerinnen und Wähler haben ein eindeutiges Zeichen gesetzt.“ Die BI zeigt sich zuversichtlich, dass der Gemeinderat dieses Votum als „Auftrag für eine intensivere Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern versteht und ein Umdenken in der Politik stattfindet.“ Laut einer Auswertung der BI haben in Langwedel 94 Prozent, in Allersehl/Weddersehl 64,3 Prozent und in den anderen Orten 85 Prozent der Bürger mit Ja abgestimmt.

VON PAUL GERLACH

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