Ja zu Anträgen, BI kritisiert

Fünf Dedelstorfer Projekte über die Dorfentwicklung

Ortseingangsschild von Repke an der B 244 und Blick auf das Hotel Dierks.
+
Im Zuge der B 244 in Repke soll eine Überquerungshilfe entstehen.
  • Paul Gerlach
    vonPaul Gerlach
    schließen

Dedelstorf – Die Gemeinde Dedelstorf möchte über die Dorfentwicklung und die damit verbundenen Fördergelder so manches Projekt, das bereits auf der Liste steht, noch im Förderzeitraum angehen. Bei der Bürgerinitiative „Dedelstorfer für Dedelstorf“ sorgte diese per Ratsbeschluss dokumentierte Absicht für Unmut und Kritik.

Weit über 200 Maßnahmen umfasst der Dorfentwicklungsplan, mit dem die dort aufgeführten Projekte in der Dorfregion Hankensbüttel umgesetzt werden können. Über neue Projekte, die in das Konzept aufgenommen werden könnten, hatte der Dedelstorfer Rat heute vor einer Woche zu beschließen, war sich aber einig, keine weiteren Projekte zu benennen. „Wir sollten es bei dem vorliegenden Katalog belassen. Dort sind genügend Maßnahmen aufgeführt“, gab Bürgermeister Bernd Rodewald die Marschrichtung vor, der Rat schloss sich dem einstimmig so an.

Allerdings – und das war jetzt wichtiger: „Förderanträge für das nächste Jahr müssen bis zum 15. September beim Amt für regionale Landesentwicklung in Braunschweig eingereicht werden“, so der Bürgermeister weiter. „Wir sollten jetzt schon überlegen, welche der Maßnahmen aus der Prioritätenliste 1 beantragt werden sollen.“

Bei einem möglichen Förderzuschuss von bis zu 90 Prozent und den in der Gemeinde Dedelstorf vorhandenen Rücklagen war man sich im Rat einig, zu investieren. Es wurde festgelegt, für Maßnahmen in Allersehl, Langwedel, Oerrel, Repke und Weddersehl fristgerecht Förderanträge zu stellen. „In Langwedel sollten wir neben der Erneuerung der Straße Am Buschfeld auch den Schulsteig miteinbeziehen, um so eine Aufwertung und bessere Aussichten für eine Förderung zu erhalten“, schlug Rodewald vor, was auf die Zustimmung der Ratsmitglieder traf.

„Unter dem Aspekt der Sicherheit stehen die Projekte einer Überquerungshilfe im Zuge der B 244 in Repke, eine Verkehrsberuhigung im Straßenraum Langer Hagen in Allersehl, die Gestaltung des Dorfteiches in Weddersehl und eine Verkehrsberuhigung auf der Oerreler Dorfstraße im Zuge der K 7“, ging die stellvertretende Bürgermeisterin Ulrike Bührke auf die weiteren Maßnahmen ein, die ebenso vom Rat einmütig abgesegnet wurden.

Bei der Bürgerinitiative „Dedelstorfer für Dedelstorf“ sorgen diese Entscheidungen für Unverständnis und Missmut. Die Vorsitzende Manuela Schmidt geht bei einem erneuten Antrag auf Neubau der Straße Am Buschfeld in Langwedel von Gesamtkosten von mindestens 380 000 Euro aus, um auf die nötige Punktzahl im Bewertungsschema zu kommen. Zudem müsse der Planer bezahlt werden. Beim Weddersehler Dorfteich erwartet sie Kosten von einigen tausend Euro. Gleichzeitig wisse man nicht, wie sich durch Corona die Einnahmesituation der Gemeinde in den nächsten Monaten entwickeln werde, betont Schmidt. „Das finde ich verantwortungslos.“ Keine andere Mitgliedsgemeinde habe dies in Sachen Förderanträge so gemacht. Sie hält es darüber hinaus für unglücklich, dass die beschlossenen Förderanträge und die Maßnahmen, die damit verbunden sind, den neuen Gemeinderat ab November 2021 betreffen.

Die BI-Mitglieder können sich derzeit Corona-bedingt nicht persönlich treffen. Ob womöglich auch für die nächste Legislaturperiode ein Bürgerentscheid in die Gänge gesetzt werden soll, der einen Ausbau der Straßen und Wege in der Gemeinde verhindern könnte – über diese Frage muss die BI noch sprechen und für sich klären, ob sie diesen Schritt gehen will, so Schmidt. „Wir möchten das mit allen Mitgliedern besprechen und abfragen.“

(von Ulrich Bleuel und Paul Gerlach)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare