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Gemeinde Dedelstorf: Doch keine externen Baumprüfer

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Von: Paul Gerlach

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Baumreihe im Springgrund in Oerrel im Mai 2022: In der Gemeinde Dedelstorf soll die Prüfung sämtlicher Bäume in den Bereichen von gemeindlichen Flächen in den Ortsteilen nun doch nicht extern vergeben werden. Das beschloss der Rat mehrheitlich.
Baumreihe im Springgrund in Oerrel im Mai 2022: In der Gemeinde Dedelstorf soll die Prüfung sämtlicher Bäume in den Bereichen von gemeindlichen Flächen in den Ortsteilen nun doch nicht extern vergeben werden. Das beschloss der Rat mehrheitlich. © Ollech, Hans-Jürgen

Gemeinde Dedelstorf – Die Gemeinde Dedelstorf beauftragt nun doch keinen externen Baumprüfer, der zweimal im Jahr sämtliche Bäume in den Bereichen von gemeindlichen Flächen in den Ortsteilen überprüft. Entsprechende Überlegungen hatte es in der Kommune gegeben (das IK berichtete). Aber laut mehrheitlichem Ratsbeschluss wird auf eine entsprechende Fremdvergabe verzichtet.

Nach Angaben der Verwaltung geben die angefragten Dienstleister keine Pauschalangebote ab, sondern nehmen nur Aufträge für einzelne Bäume an. Daher sei auch kein Vergleich mit Kostenzahlen aus der Vergangenheit möglich, sagte Bürgermeisterin Ulrike Bührke dazu. Hinzu komme, dass die Bürger in der Gemeinde stets viel selbst gemacht hätten und im Falle des Falles auch gefällt hätten.

Die Verwaltung schlägt vor, öffentliche Bäume zu kontrollieren, sofern Bedarf besteht – mindestens aber einmal im Jahr. Baumpflegearbeiten sollten gebündelt zusammengetragen werden, sodass dann Angebote im Einzelfall eingeholt werden können.

Die Gruppe „Für Dedelstorf“ (FD) hat sich bekanntlich für eine Fremdvergabe der Baumpflegearbeiten starkgemacht. Heike Mingo (FD) betonte denn auch bei der Ratssitzung, dass die Gemeinde für die Verkehrssicherungspflicht zuständig sei. Sie sei keine Sachverständige und brauche Fakten, etwa um wieviel Baumbestand es gehe, was wann gemacht werden müsse und wie anfällig die jeweiligen Bäume seien. Ihr Fraktionskollege Dominik Spengler pflichtete ihr bei, insbesondere in Sachen Verkehrssicherungspflicht und entsprechende Nachweise der Kommune. „Das können keine Laien machen.“ Bis zu welcher Höhe die Gemeinde bei Personenschäden haftbar gemacht werden könne, konnte ihm Bührke auf Nachfrage spontan nicht sagen.

Simon Schultz, Fraktionsvorsitzender der Gruppe „Zusammen für Dedelstorf“ (ZfD), sprach sich für die von der Verwaltung vorgeschlagene Vorgehensweise mit der jährlichen Kontrolle aus. Er hält die Kontrolle durch die jährliche Bereisung für ausreichend. Ulrike Meyer-Richter (ZfD) stimmte ihm zu. „Wenn alle mit offenen Augen durch die Gegend gehen, sieht man die betroffenen Bäume.“ Den Aufwand durch eine Fremdvergabe halte sie für „nicht angemessen“.

Heinz Gödecke von der Verwaltung betonte, dass die Kommune zur Verkehrssicherungspflicht verpflichtet sei. So habe die Gemeinde Hankensbüttel Baumkontrolleure. Die Kontrollen und deren Dokumentation müssten den Versicherungen vorgelegt werden.

Den Antrag auf Fremdvergabe der Baumprüfungen lehnte der Gemeinderat letztlich bei drei Gegenstimmen der FD-Fraktion ab.

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