Schulleiterin Kerstin Hoffmann will Ganztagsbetreuung einführen

Ganztagsschule für Sprakensehl?

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Die Grundschule Sprakensehl bietet noch keine Ganztagsbetreuung an. Das möchte Schulleiterin Kerstin Hoffmann ändern. Der Schulausschuss der Samtgemeinde Hankensbüttel berät in seiner nächsten Sitzung über das Thema.

Sprakensehl. Kerstin Hoffmann, Leiterin der Sprakensehler Grundschule, würde sich über einen Besuch des Schulausschusses der Samtgemeinde Hankensbüttel freuen, sagte sie jetzt dem Gremium. Derzeit besuchen 31 Kinder die Schule, darunter drei Inklusionskinder.

Diese teilen sich in die Eingangsstufe und in die Kombiklasse (3. und 4. Klasse) auf: In ersterer sind 18 Schüler (davon zwei Inklusionskinder), in zweiterer 13 Schüler (darunter ein Inklusionskind).

Kerstin Hoffmann

„Wir sind geschrumpft“, kommentiert Hoffmann diese aktuellen Schülerzahlen. Als sie als Schulleiterin angefangen hatte, waren es noch 53 gewesen. 10 der 31 Schüler kommen zu Fuß zur Schule. Der Hausmeister wohne direkt neben der Schule. „Ich hatte noch nie eine so saubere Schule“, freut sich Hoffmann, die im vierten Jahr die Leitungsposition innehat, auch über die gute Arbeit der Reinigungskräfte. Allerdings gebe es seit zwei Jahren einen Renovierungsstau. „Ein Klassenraum muss noch gemacht werden. Die Bärchentapete ist nicht mehr zeitgerecht“, so Hoffmann. Sie habe außerdem keine Sekretärin. Elternvertreter Dagobert Feld kritisierte: „Eine Tapete kostet nicht viel Geld.“ Patrick Dammann von der Verwaltung wies daraufhin, dass das Liegenschafts- und Gebäudemanagement instruiert worden sei und er bereits vor Ort war. „Dieses oder nächstes Jahr wird das gemacht.“

Derzeit beschäftigt die Schule die Diskussion um den Ganztag. „Der Tenor in der Samtgemeinde war damals, dass die Einführung in den beiden kleinen Grundschulen im Gleichschritt erfolgen soll. Das ist nicht passiert“, sagt Hoffmann. Steinhorst sei vorgeprescht und so sei die Einführung dort bereits umgesetzt worden. „Wir haben dadurch fünf Kinder verloren. Das zählt bei uns. Die Schule liegt mir sehr am Herzen“, sagt die Leiterin. Aus ihrer Sicht sei es denkbar, dass die Kinder in Sprakensehl beschult werden und für den Ganztagsbetrieb nach Hankensbüttel gebracht werden würden. Die große Frage, die man sich an der Schule stelle, sei: „Was passiert mit Sprakensehl?“ Laut Samtgemeindebürgermeister Andreas Taebel sei es politischer Wille, die Schule zu erhalten, so Hoffmann. Es gebe eine Kooperation mit der DRK-Kita.

„Ein Besuch bei Ihnen wäre nett“, sagte Schulausschussvorsitzender Thomas Sordel (SPD) angesichts der Ganztagsthematik. Die nächste Sitzung wird den Ausschuss an die Schule führen, kündigte er an. Denise Pesel (CDU) erinnerte an die Diskussion im August 2016 über die Einführung des Ganztages an den kleineren beiden Grundschulen. „Es ließ sich schneller mit Steinhorst realisieren.“ Damals sei noch nicht klar gewesen, dass eine Einführung in Sprakensehl gewünscht ist, jetzt hingegen schon. „Die Grundschule Sprakensehl braucht wegen Hankensbüttel keine Angst zu haben – und auch nicht um ihre Existenz fürchten. Wir bemühen uns gerne“, hielt Pesel fest.

Die Einführung des Ganztages in Hankensbüttel verzögert sich bekanntlich noch (das IK berichtete). Es soll ein Arbeitskreis gegründet werden, bei dem die Sprakensehler Grundschule auch dabei ist. „Man kann nicht immer voraussehen. Die Lebensumstände der Eltern ändern sich manchmal schnell“, erläuterte Hoffmann. Peter Dietz (Grüne) hielt einen „legitimen Anspruch beim Ganztag“ fest. Wenn der Ganztag nach Steinhorst auch in Hankensbüttel eingeführt worden sei, gebe es eine Konkurrenzsituation. „Die Eltern sehen: ‘Oh, das ist interessant’. Dann gibt es Abwanderungsgedanken in Sprakensehl“, so Dietz. Er sei dafür, das gleiche Angebot für alle Schulen in der Samtgemeinde zu schaffen. Daher solle das Thema im nächsten Schulausschuss beraten werden.

Von Paul Gerlach

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