Hankensbütteler Karl-Söhle-Schule: Zeitpunkt und Form unklar / Politik treibt Einrichtung voran

Ganztagsschule – aber wann und wie?

+
Wann und wie eine Einrichtung einer Ganztagsschule an der Karl-Söhle-Schule erfolgen kann, ist noch unklar.

Hankensbüttel. Die Einrichtung einer Ganztagsschule an der Hankensbütteler Karl-Söhle-Schule (KKS) steht seit Jahren auf dem Plan. Momentan sieht die Schule die Umsetzung jedoch kritisch – besonders, wenn sie kurzfristig geschehen soll.

„Wir sollten zunächst nicht über eine gebundene oder teilgebundene Ganztagsschule reden, sondern über eine offene. Es gäbe ein Betreuungsangebot am Nachmittag, aber keinen Unterricht“, sagte Bürgermeister Martin Rausch (SPD) in der Sitzung des Schulausschusses der Samtgemeinde Hankensbüttel am Donnerstag. Nach Gesprächen mit der KSS im September sagt Ilka Bauke von der Verwaltung, dass es an der Schule Widerstände gebe, was den Zeitpunkt der Umsetzung einer Ganztagsschule gebe.

Anträge der Fraktionen

Die CDU-Fraktion macht sich in einem Antrag dafür stark, die Prüfung der Umwandlung der Grundschule mit dem Ziel der Umsetzung für das Schuljahr 2015/2016 zu beantragen. Laut Verwaltung ist dies nicht umsetzbar, da weder das Konzept noch eine mögliche Befragung der Eltern so schnell fertiggestellt werden könnten. Ferner solle die Verwaltung für alle Ratsmitglieder sowie Schul- und Elternvertreter die Besichtigung einer bestehenden Ganztagsschule organisieren, so die CDU. Ein Antrag der Fraktion „Pro Samtgemeinde Hankensbüttel“ sieht zunächst eine Informationsveranstaltung für die Eltern, politischen Vertreter und das Kollegium vor. Dann soll eine Bedarfsabfrage zu den drei Formen der Ganztagsschulbetreuung an den Grundschulen und Kitas durchgeführt werden. Im Frühjahr 2015 soll nach Gesprächen mit dem KSS-Kollegium, dem Schulelternrat, den politischen Vertretern und der Verwaltung ein Beschluss gefasst werden, wann und wie ein Antrag auf Einrichtung einer Ganztagsschule gestellt werden kann. Mit einem zwischen den Fraktionen und mit den Schulen abgestimmten Fragebogen soll der Bedarf ermittelt werden.

Die Karl-Söhle-Schule hat bisher von einer Einrichtung einer Ganztagsschule Abstand genommen. Die Gründe: die nicht ausreichende Ausstattung der Schulen mit Lehrerstellen, Einschränkungen in der Auswahl des Konzeptes bei den drei Formen der Ganztagsschule und die Mehrbelastung durch die Inklusion.

Rechtliche Unsicherheiten

Zudem bestehen einige rechtliche Unsicherheiten bestehen, die noch vom Gesetzgeber geklärt werden müssten. „Schulleiter sind regresspflichtig bei Honorarverträgen“, sagt Schulleiterin Christina Schulze. Auch rentenversicherungstechnisch sei das Ganze noch nicht ausgefeilt. Bei der Inklusion werde man im Regen stehen gelassen: Die Schule erhalte nicht so viele Förderlehrerstunden, wie ihr zugeteilt worden seien. Bei den Schulbegleitern sei nicht klar, ob diese bei der Einrichtung einer Ganztagsschule auch am Nachmittag kommen könnten. Der Hort müsse auch bei einer Ganztagsschule in kleinerer Form erhalten bleiben – nach 15.30 Uhr oder auch in der Ferienzeit kostenpflichtig. Sie plädiere für eine teilgebundene Ganztagsschule, wehre sich aber dagegen, dass die KSS die Nachmittagsbetreuung übernehmen müsse.

„Wir sind gemeinsam auf dem Weg. Die Schule hat sich am Interesse der Schüler zu orientieren“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Werner Rodewald. „Wir kommen um das Angebot nicht umhin und müssen es zügig in die Wege leiten“, sagte Ratsherr Erhard Dreyer (CDU). Es gehe auch um die Menschen, die sich überlegen, wo sie künftig hinziehen. Ihm sei aber klar, dass die Arbeit an den Pädagogen vor Ort hängen bleibe. Dem stimmte Bürgermeister Rausch (SPD) zu: „Es ist ein Standortfaktor.“ Dem müsse man sich politisch stellen. Man müsse gemeinsam versuchen, die Auswirkungen vor Ort abzufedern. Eine Umsetzung zum nächsten Schuljahr sei aber definitiv nicht möglich.

Infotermin Anfang 2015?

Die Mitglieder des Ausschusses empfahlen einstimmig an den Rat, dass die Verwaltung damit beauftragt werden soll, im Januar/Februar 2015 eine Informationsveranstaltung, eine Besichtigung einer bereits bestehenden Ganztagsschule und die Verteilung des Fragebogens zu organisieren. Danach soll zusammen mit der KSS beschlossen werden, ob und wann ein Antrag auf Einrichtung einer Ganztagsschule zu stellen ist. Die erforderlichen Haushaltsmittel müssten gegebenenfalls im Nachtragshaushalt bereitgestellt werden, um die Maßnahmen noch im Jahr 2015 anfangen zu können.

Von Paul Gerlach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare