Auch die Bundesvereinigung fliegendes Personal der Polizei zeigt großes Engagement

G20: Viel zu tun in Hamburg

Die Bundesvereinigung fliegendes Personal der Polizei war auch beim G20 Gipfel ständig im Einsatz.
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Die Bundesvereinigung fliegendes Personal der Polizei war auch beim G20 Gipfel ständig im Einsatz.

Langwedel/Hamburg. Den G20 Einsatz nimmt der Verband der Bundesvereinigung fliegendes Personal der Polizei (BfPP) aktuell zum Anlass und hält seit gestern seine Bundesvorstandssitzung in Hamburg bis heute gegen 18 Uhr ab, wie der Stellvertretende Bundesvorsitzende der BfPP, Richard Uwe Kraus, aus Langwedel, erklärt.

Neben allgemeinen Themen des Polizeiflugdienstes in Deutschland ist ein weiterer Schwerpunkt die Ereignisse des G20 für den Flugdienst aufzuarbeiten und gegebenenfalls Handlungshilfen zu formulieren und weitere gesetzliche Rahmenbedingungen auf den Weg zu bringen.

Ereignisreiche Tage in Hamburg liegen hinter den Polizeifliegern. Nicht nur vor Ort in Hamburg, auch in ganz Deutschland bedeuten solche Großeinsätze eine deutliche Mehrbelastung für alle Kollegen der fliegenden Einheiten. Einsatzmaschinen, Einsatzbesatzungen und Führungspersonal muss für solche Einsätze zusätzlich zum normalen Alltagsgeschäft bereitgestellt werden.

Die physischen und psychischen Belastungen aller Beteiligten waren immens. Der Luftraumschutz musste Tag und Nacht gewährleistet sein. Dienstzeiten von zwölf Stunden der fliegenden Besatzungen und Flugzeiten innerhalb der Dienste von sechs, sieben oder mehr Stunden pro Schicht waren keine Seltenheit. Allein über Hamburg waren bis zu elf Hubschrauber der Polizeistaffeln aus Deutschland zur Durchsetzung des Flugbeschränkungsgebietes eingesetzt sowie weitere zur Observation, Aufklärung, Transport von Gästen und Einsatz- und Spezialkräften. Neben den zum Teil schwierigen Flugaufträgen sahen sich die Besatzungen direkten Angriffen auf ihre eigene Gesundheit und gegen den Hubschrauber ausgesetzt.

Unter anderem fanden Beschüsse mittels Leuchtraketen sowie per Laserpointer statt. „Nur dem Zusammenspiel vieler glücklicher Zufälle sowie der professionellen Reaktionen der Crews ist es zu verdanken, dass niemand verletzt wurde und auch kein Hubschrauber abgestürzt ist“, erklärt Kraus. „Es wäre kaum vorstellbar, welche Katastrophe sich ereignet hätte, wäre eine Einsatzmaschine in das Hamburger Stadtgebiet und hierbei womöglich in eine Menschenmenge abgestürzt.“ Der mutmaßliche Täter der Laserblendung wurde auch zunächst in Untersuchungshaft aufgrund Ermittlungen wegen versuchten Mordes genommen.

„Unsere Einsatzbesatzungen sind tags wie nachts sicherlich nicht zum Spaß, sondern immer im polizeilichen Einsatz unterwegs. Es geht in der Regel entweder um Leben und Tod oder die Verfolgung von Straftätern schwerer Straftaten,“ erklärt Kraus. Eine weitere Bedrohung, welche immer mehr an Bedeutung gewinnt, sei die ständig wachsende Anzahl der Drohnen in der Luft. Die BfPP arbeitet hierzu mit einer Expertengruppe rund um ihren Kooperationspartner zusammen um einen Einfluss auf die entsprechenden Regelungen in Deutschland nehmen zu können. „Vielen ist die Bedrohung im untersten Luftraum durch ihr Hobby ‘Drohnenfliegerei’ überhaupt nicht bewusst“, sagt Carsten Scharfenberg, Bundesgeschäftsführer der BfPP. „Hier gilt es das Bewusstsein zu schärfen, dass man auch mit einem solchen Gerät Nutzer des Luftraumes und somit Teilnehmer am Luftverkehr ist.“ Für den genauso Regelungen gelten.

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