Hankensbütteler Samtgemeinderat beschließt neue Kalkulation durch externe Firma

Friedhofsgebühren vor Erhöhung

+
Der Hankensbütteler Samtgemeinderat will die Friedhofsgebührensatzung überarbeiten, weil die Kosten für die Unterhaltung und Bewirtschaftung gestiegen sind. Die Kalkulation der neuen Gebühren soll eine externe Firma übernehmen.

Emmen/Hankensbüttel. Die Samtgemeinde Hankensbüttel will ihre Friedhofsgebührensatzung überarbeiten, weil die Kosten der Unterhaltung und der Bewirtschaftung der Friedhöfe erheblich gestiegen seien. Eine externe Firma soll die Kalkulation der neuen Gebühren übernehmen.

Dafür will die Samtgemeinde rund 10 000 Euro ausgeben. Das beschloss der Rat bei drei Gegenstimmen bei seiner jüngsten Sitzung in Emmen.

Um die Kosten zu decken, werden die Friedhofsgebühren voraussichtlich steigen – da mit „erheblichen Ausgaben wie Sanierungs-, Reparatur- und Personalkosten zu rechnen ist“, wie es seitens der Verwaltung heißt. Man habe sich für einen externen Dienstleister entschieden, „um zum einen Rechtssicherheit und zum anderen belastbares Material für die Friedhofsgemeinschaft zu haben, denn da wird auch durchaus das eine oder andere immer mal wieder infrage gestellt“, erklärt Samtgemeindebürgermeister Andreas Taebel.

Für die Kalkulation hat sich die Samtgemeinde die Firma GKN Gebührenkalkulation und Kommunalberatung Niedersachsen aus Bad Pyrmont ausgesucht, die auch für die Samtgemeinde Meinersen die Gebühren berechnet. Die Kommune habe mit der Firma gute Erfahrungen gemacht, so die Verwaltung. „10 000 Euro sind sicherlich ein stolzer Betrag, aber wenn wir dadurch Gebührensicherheit bekommen und damit eine gerechte, wirtschaftliche und kostendeckende Friedhofsgebühr, dann sollte es das wert sein“, meint Taebel.

Ganz anderer Meinung ist Ingrid Wrede (FDP): „10 000 Euro sind doch sehr reichlich. Ich meine, das sollte zuhause in der Verwaltung geleistet werden. Wozu haben wir Personal in der Verwaltung?“ Außerdem gibt sie zu bedenken, dass in den Dörfern viel ehrenamtliche Arbeit geleistet werde, die nicht in die Kalkulation miteinfließe und auch weiterhin in den Dörfern bestehen bleiben solle.

Peter Dietz (Grüne) kann die Kritik Wredes nachvollziehen. Er habe aber eingesehen, dass das Thema sehr komplex und alle Friedhöfe in der Samtgemeinde sehr unterschiedlich strukturiert seien. „Die Gebühren werden wahrscheinlich deutlich ansteigen. Damit werden manche Bürger vielleicht nicht mit einverstanden seien und dagegen vorgehen. Da brauchen wir einfach Rechtssicherheit“, erklärt er.

Rechtssicherheit als Ziel

Auch Werner Rodewald und Andreas Kuers (beide CDU) sprechen sich für den Beschluss aus und weisen Wredes Kritik zurück. Die Kalkulation solle nicht von der Verwaltung angefertigt werden. Zum einem sei die Arbeitsbelastung der Verwaltung durch zusätzliche Anforderungen im Bereich von Fördermaßnahmen sehr hoch. Dies könne die Verwaltung nicht noch zusätzlich leisten. Zum anderen seien Fachkenntnisse für die Gebührenkalkulation erforderlich, die sich die Verwaltungsmitarbeiter erst einmal anlesen müssten. „Das dauert wesentlich länger und dann muss es auch noch rechtssicher sein“, erklärt Kuers. „Ich glaube, das ist für die Mitarbeiter schwierig. Mit der externen Kalkulation nehmen wir Druck heraus und haben entsprechende Rechtssicherheit.“

Inge Elvers (SPD) und die Mehrheit ihrer Fraktion können dem zustimmen. Die unterschiedlichen Strukturen in den Gemeinden sollen vereinheitlicht werden. Dazu brauche man Fachkompetenzen, die die Verwaltung nicht habe und sich erst einmal aneignen müsse. „Die Zeit, die dafür gebraucht wird, fehlt dann einfach an anderen Stellen“, ist sie sich sicher. Sie stimmt Wrede aber zu, dass das soziale Engagement in den Dörfern weiterhin bestehen solle, da müsse in Zukunft ein gutes Maß gefunden werden.

Von Ann-Cathrin Brey

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare