Freudentränen bei der Proklamation

Augen links oder rechts – das ist hier die Frage beim Präsentieren des Gewehres.

Emmen - Von Andreas Schwuchow. Ein Schützenfest wie im Bilderbuch feierten die Emmer Bürger am Wochenende. An allen drei Tagen wurde getanzt und gefeiert, als gäbe es kein Morgen. Es passte einfach alles.

Schon am Freitag flossen die Freudentränen in Strömen, als mit Heiko Gärmer der neue König ausgerufen wurde. Ein ganzes Dorf freute sich für ihn – nicht nur, weil er im Ort beliebt ist, sondern weil jeder wusste das es sein lang gehegter Traum war, einmal König von Emmen zu werden. Das Schützenhaus glich bei der Proklamation denn auch einem Tollhaus. Schon bei der Krönung des neuen Jungschützenkönigs Henning Buhr im Vorfeld tobte das Volk. Und auch die alte Majestät Ernst August Beyer muss beliebt gewesen sein, denn bei seinem letzten Ehrentanz forderten seine Untertanen zum Abschied immer wieder eine Zugabe.

Zum königlichen Mittagessen am Sonnabend war der Saal des Gasthauses Pasemann nahezu ausgebucht. Das zeigt, dass die Gäste von den nachbarschaftlichen Schützenvereinen und von der örtlichen Politik und der Kirche gerne nach Emmen kommen. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Kinder. In diesem Jahr konnte sich Jakob Tack mit dem besten Schuss beim Nachwuchs aus dem Bachtalort durchsetzen. Das ist natürlich immer etwas ganz Besonderes, wenn der neue Kinderkönig proklamiert wird. Da funkeln die Augen der Mädchen wie kleine Sterne, wenn sie zum Ehrentanz aufgefordert werden. Da stehen die gerührten Eltern, wenn der Filius zum König gekrönt wird und die Jungs stolz das Gewehr präsentieren.

Für alle, die mit dem Schützenfest in Emmen groß geworden sind, ist das auch immer ein kurzer Moment der Erinnerung an die eigene Kindheit – sicherlich ein Grund, warum die Tradition des Schützenfestes in Emmen neben der intakten Dorfgemeinschaft noch einen so hohen Wert im Ort hat.

Ihr Debüt als Schützenfestcombo hat die Band B IV mit Bravour bestanden. Nach gefühlten 100 Jahren mit der Gruppe ForFun, die zum Emmer Schützenfest gehörten wie die Eierbrote, war es keine leichte Aufgabe für die vier Musiker. Aber wenn morgens um drei Uhr noch kein Platz auf der Tanzfläche frei ist, sagt das eigentlich alles. Soviel junge Leute waren schon lange nicht mehr da und dass alles ohne Stress – große Klasse.

Großartig waren auch die Schießleistungen der Damen. Die Mädchenbeste wurde Tasja Bölsche, bei der Mädchengarde behauptete sich Carmen Lodahl und bei den Damen traf Hilke Breidenbach ins Schwarze.

Bei allem Sonnenschein gab es doch einen Schatten und der fiel in den Winkel. Nicht eine einzige Königsscheibe konnte in dieser Straße an die Hauswand genagelt werden. Das hat es lange nicht mehr gegeben und sollte für nächstes Jahr genug Ansporn sein, die Ehre wieder zurück zu holen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare