Gemeinde will für Projekt in Behren den Antrag in 2021 erneut stellen

Förderabsage für Potsdamer Platz in Behren: Zu wenig Geld im Topf

Zumindest vorerst gibt’s kein Fördergeld für die Umgestaltung des Potsdamer Platzes. Das teilte Bürgermeisterin Christiane Fromhagen dem Sprakensehler Rat mit.
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Zumindest vorerst gibt’s kein Fördergeld für die Umgestaltung des Potsdamer Platzes. Das teilte Bürgermeisterin Christiane Fromhagen dem Sprakensehler Rat mit.

Behren – Die Enttäuschung ist ohne Frage groß: Die Gemeinde Sprakensehl hatte sich für dieses Dorfentwicklungsprojekt eine Menge ausgerechnet und dafür auch viel an Mühen und Planungsarbeit investiert.

Doch nun steht fest: Für die angepeilte Neugestaltung des Potsdamer Platzes in Behren (das IK berichtete mehrfach) wird es zumindest in diesem Jahr keine Fördergelder geben. Das teilte Bürgermeisterin Christiane Fromhagen jetzt dem Gemeinderat mit.

Der Förderantrag sei abgelehnt worden, so die Bürgermeisterin. Aus ihrer Reaktion sprach vor allem das Bedauern, aber auch das Unverständnis für die Entscheidung der Förderbehörde: „Mir fehlen die Worte.“ Nach ihren Informationen seien lediglich 1,5 Millionen Euro im Fördertopf gewesen, dieses Geld hätte nur „für drei Maßnahmen in ganz Niedersachsen“ ausgereicht. Empört stellte Fromhagen daher auch die Frage in den Raum: „Warum haben die Gemeinden Kosten, Arbeit und Energie verschenkt?“ Sie hätten Anträge erstellt und eingereicht – und das, obwohl offenbar „von vorne herein“ klar gewesen sei, dass kaum Geld zu verteilen sei.

Doch die Bürgermeisterin blickte auch nach vorn: „Wir müssen uns fragen, ob wir unseren fertigen Antrag im kommenden Jahr erneut einreichen – und schauen, ob dann mehr Geld da ist.“ Der Tenor im Ratsrund: Das soll so gemacht werden. Die Pläne für Behren sollen also in 2021 erneut auf die Agenda kommen.

Dr. Klaus Thomas vom Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Braunschweig als Förderbehörde äußerte sich auf IK-Anfrage zu der getroffenen Entscheidung im Behrener Fall. Es habe in diesem Jahr „zu wenig“ Fördergeld im Topf zur Verfügung gestanden. Die genaue Summe könne er auf Anhieb nicht bestätigen, sagte er auf Nachfrage zu den von Fromhagen erwähnten 1,5 Millionen.

Bei den vergangenen Förderrunden sei es so gewesen, erläuterte Thomas, dass immer wieder auch im Laufe des Jahres noch Gelder in den Topf gelangt seien, das sei dieses Mal nicht so gewesen. „Corona kam jetzt dazwischen.“ Das sei auch nicht vorauszusehen gewesen, sagt Thomas zu Fromhagens Statement, dass die geringen Fördergelder „von vorne herein“ festgestanden hätten.

Zur Kritik der Bürgermeisterin wegen der gemachten Arbeit beim Erstellen des Antrages sagte Thomas, dass es aktuell „einen ganzen Haufen von Absagen“ gegeben habe. Die Anträge könnten aber in 2021 neu gestellt werden. Die Voraussetzung dafür sei, dass mit den Projekten noch nicht angefangen worden sei. Welche Summe wird im nächsten Jahr im Topf sein? Dazu hat Thomas noch kein Signal erhalten. Seine persönliche Einschätzung: Es wird wegen der Corona-Entwicklung eher noch weniger.

Insbesondere mit Blick auf einen erneuten Förderantrag im nächsten Jahr, wäre es für die Gemeinde interessant zu wissen, welche Punktzahl das Behrener Vorhaben im Bewertungsschema erreicht hatte. Dazu sagte Thomas allerdings, dass er den konkreten Punktestand des Projektes nicht mitteilen könne, da es sich um eine „interne Entscheidungsvorbereitung“ handele. Schon bei zwei anderen Förderanträgen aus der Samtgemeinde, die in 2019 abgelehnt worden waren, – nämlich bei der Sanierung der Schweimker Ortsdurchfahrt und bei der Sanierung der Straße Am Buschfeld in Langwedel – hatte Thomas auf ein grundsätzliches Kriterium hingewiesen: Bei beiden es sich um Straßenbau-Maßnahmen gehandelt, die bei der Bewertung nicht die Wertigkeit wie etwa Dorfgemeinschaftshäuser hätten. Das trifft laut Thomas in ähnlicher Form bei Behren zu: Anträge auf Sanierung öffentlicher Straßen und Plätze seien in der aktuellen Förderrunde herausgefallen. Sie seien zwar förderfähig, aber nicht förderbar, da zu wenig Geld zu vergeben war. VON PAUL GERLACH

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