Helfer kritisiert „menschenunwürdigen“ Zustand / Verwaltung: Unbewohnter Teil ist betroffen

Flüchtlingshaus Steinhorst: Tote Ratten entdeckt

+
In und an einem Haus in Steinhorst, in dem Flüchtlinge untergebracht sind, wurden tote Ratten entdeckt.

Steinhorst. Von einem „menschenunwürdigen“ Zustand spricht Detlev Mundil: Denn es gebe einen Rattenbefall in einem Haus in Steinhorst, in dem Flüchtlinge untergebracht sind und das vom Landkreis Gifhorn von einem privaten Vermieter angemietet wurde.

Mundil, der sich als ehrenamtlicher Helfer für das Flüchtlingscafé Steinhorst engagiert, berichtet, dass zudem tote Ratten im Hof des Hauses gefunden worden seien. Dem Landkreis sei dies bekannt, so der Räderloher. „Der Kreis muss dem einen Riegel vorschieben“, sagte Jutta Rißmann (SPD) bei der Sitzung des Sozialausschusses. „Das geht nicht mit den Ratten.“

Michael Funke, Fachbereichsleiter Ordnung beim Landkreis, bestätigte den grundsätzlichen Sachverhalt gegenüber dem IK. „Erstmalig ist Anfang Dezember 2016 eine tote Ratte auf dem Grundstück gefunden worden. Unser Hausmeister sollte dann das Grundstück und das Haus begutachten.“ Der Vermieter, gleichzeitig auch Grundstückseigentümer, sei am 9. Dezember informiert und um einen Vor-Ort-Termin gebeten worden.

Wegen terminlicher Schwierigkeiten auf beiden Seiten fand dieses Treffen erst am 17. Januar statt. Der Hausmeister, der Vermieter, ein Sozialarbeiter, Mundil und eine Vertreterin des Landkreises sind laut Funke dabei gewesen. Bei einer Begehung seien vom Kreis einige bauliche Mängel angesprochen worden. Der Vermieter habe versprochen, sie zu beseitigen – teils sei das schon geschehen. In einem Abstellraum sei an einem Abfluss an einer Bodenplatte ein Loch gefunden worden. Im Abstellraum habe zudem eine tote Ratte gelegen, sagt Funke. „Im bewohnten Teil des Hauses sind keine Ratten gefunden worden – auch keine weiteren Indizien für einen Rattenbefall.“

Von Seiten des Vermieters hieß es gestern, dass die Meldung über den Rattenfund für ihn neu gewesen sei: Man sei erst kurz vor der Begehung darüber informiert worden. Vor Ort habe man keine Ratte, deren Kot oder auch Löcher im Wohnraum entdecken können. Das Loch in dem für die Bewohner nicht zugänglichen Abstellraum sei bereits mit Beton verschlossen worden.

Gestern sollten zusätzlich Rattenköder ausgelegt werden. Die Bewohner hätten von toten Ratten auf dem Hof gesprochen. Laut Vermieter müssten das dann aber Tiere von anderswo sein, die nach der Einnahme von Gift auf dem Hof verendet wären. „Wir haben alles getan und alles Notwendige veranlasst“, so die Vermieterseite.

Von Paul Gerlach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare