Tier des Monats: Marderart wird im Hankensbütteler Otter-Zentrum nur beschränkt vermehrt

Fischotter helfen bei Forschung

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Die quirligen Fischotter helfen im Hankensbütteler Otter-Zentrum auch bei der Entwicklung von fischotterfreundlichen Reusen.

pg Hankensbüttel. Das Hankensbütteler Otter-Zentrum öffnet seit 25 Jahren seine Tore für die Besucher: Aus diesem Anlass stellt das IK jeden Monat eine der Tierarten vor, die im Otter-Zentrum ihr Zuhause haben. Zum Abschluss der Serie ist der Fischotter an der Reihe.

Mit dieser Tierart fing alles an: Nachdem sich Claus Reuther während seines Studiums in einer Prüfungsarbeit mit dem Aussterben des Otters im Harz beschäftigt hatte, ließ ihn dieses Thema nicht mehr los.

Heute leben im Otter-Zentrum um die 20 Fischotter. „Sie werden in sehr großen, naturnahen Gehegen gehalten“, sagt Dr. Hans-Heinrich Krüger vom Otter-Zentrum. Ein Teil wird im Publikumsbereich den Besuchern bei Schaufütterungen vorgestellt. Daneben gibt es ein Forschungsgehege, in dem der größere Anteil der Otter lebt.

Das Züchten von Fischottern ist bei guter Haltung problemlos. Insofern werden Fischotter in Hankensbüttel nur beschränkt vermehrt, und eine unkontrollierte Zucht wird nicht zugelassen.

Bereits von Beginn an sei die Haltung der Fischotter in den Gehegen vorbildlich gewesen, sagt Krüger. Der gesamte Bestand sei auch an das „Europäische Erhaltungszuchtprogramm“ angeschlossen – eine Institution, die sich um eine möglichst optimale Zucht der Tiere bemüht. In diesem Rahmen werden Otter zum Beispiel zwischen den zoologischen Einrichtungen ausgetauscht und gezielt sinnvolle Verpaarungen gefördert. Gleichzeitig werden die Otterbestände laufend registriert und die Haltungsbedingungen verbessert.

Zurzeit werden die Fischotter „Skippy“ und „Daisy“ auf ihre Abgabe an das Gehege des italienischen Nationalparks „Gran Paradiso“ vorbereitet.

Sofern Fischotter an andere Zoos oder Wildparks abgegeben werden, werden sie nicht verkauft, sondern lediglich per Leihvertrag ausgeliehen. In diesem Leihvertrag ist die gesamte Haltung der Tiere detailliert dargelegt. Hält sich die aufnehmende Institution nicht an den Vertrag, so wird der Otter zurückgeholt. Es wird auch nicht für die Wiederansiedlung von Fischottern in freier Natur gezüchtet, da sich die Otter dort seit etwa zwei Jahrzehnten von selbst vermehren und ausbreiten.

Um die Erfahrungen des Otter-Zentrums in der Otterhaltung und Zucht an andere zoologische Einrichtungen weiterzugeben, finden nahezu jährlich Haltungsseminare statt, auf denen sich die Vertreter der verschiedensten Zoos und Wildgehege über die optimale Otterhaltung informieren können. Für das nächste Jahr ist die Durchführung eines derartigen Seminars auf internationaler Ebene im Otter-Zentrum geplant.

Im Otter-Zentrum selbst werden die Otter genutzt, um zum Beispiel Zäune zu entwickeln und zu testen, die Fischteiche vor dem Eindringen von Otter schützen sollen. Ebenso helfen die Otter hier bei der Entwicklung von Ausstiegsöffnungen aus Fischreusen, damit Fischotter in den Reusen nicht ertrinken müssen.

Von Paul Gerlach

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