Butiru-Projekt: Hankensbütteler Schüler unterstützen mittellose Witwe in Uganda

6L1 finanziert Mama Zebia ein Haus

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Die Klasse 6L1 des Hankensbütteler Gymnasiums sammelte 316 Euro für den guten Zweck durch Bücherverkäufe ein.

Hankensbüttel. Die Idee, einer mittellosen Witwe mit verwaisten Enkelkindern ein neues Haus zu finanzieren, kam den Schülern der 6L1 des Hankensbütteler Gymnasiums im Januar.

Elisabeth Mwaka, geborene Schulze aus Wierstorf, hatte kurz zuvor im Gymnasium von ihrer Arbeit und den Entwicklungsfortschritten der Projekte in Butiru erzählt. Sie berichtete auch über die Lebenssituation in den Dörfern benachbart zu Butiru. In dieser Gegend gibt es sehr viele Waisenkinder, deren Eltern an Aids gestorben sind. Oft leben diese Kinder bei ihren Großmüttern in ärmlichsten Verhältnissen.

Mama Zebia mit ihren Enkeln Andrew Walimbwa (v.l.; 14 Jahre), Wycliff Walimbwa (12) und Edward Makunya (14).

Mwaka zeigte den Schülern des Gymnasiums während ihres Powerpoint-Vortrags Fotos von den einfachen grasbedeckten Lehmhäusern einiger Witwen. Da die Männer fehlen und nicht genügend Geld da ist, können sie ihre Lehmhäuser nicht reparieren. Die alten Lehmwände und Grasdächer weichen im Laufe der Zeit auf und es regnet in die Häuser hinein. Auf Nachfrage einiger Schüler erklärte Mwaka, dass der Bau eines neuen Steinhauses etwa 250 Euro kosten würde.

Nach dem Bildervortrag waren die Schüler der 6L1 nicht nur bewegt, sondern sie wollten etwas bewegen. Sie organisierten mit ihrer Lehrerin Antje Krummel Bücherverkäufe zu Gunsten eines Witwenhauses während der Elternsprechtage und des Tages der offenen Tür. Dank Elternhilfe kam eine große Menge an Büchern zusammen, die durch die fleißigen Verkäuferinnen der 6L1 neue Besitzer fanden. Im April hatte die Klasse 316 Euro zusammen. Das Geld wurde sofort nach Butiru überwiesen.

Mama Zebia (sitzend, ganz links) gehört schon seit einigen Jahren zu einer Witwengruppe, die Halsketten herstellt.

Dank des intensiven und direkten E-Mail-Kontaktes zwischen Mwaka und Julia Lucker vom Gymnasium Hankensbüttel konnte der Hausbau sofort beginnen und Nachfragen der Schüler beantwortet werden. Mwaka mailte Fotos von dem alten Lehmhaus der verwitweten Großmutter Mama Zebia. Vor kurzem erhielten die Schüler zudem Fotos von dem neuen Steinhaus, das auf dem Gelände gebaut wurde, das der Großmutter gehört. Es hat zwei Schlafzimmer und einen Wohnraum. Das Haus, das auf dem Klanland von Mama Zebia gebaut wurde, ist nun ein Geschenk der Schüler der 6L1. Die Witwe würde es nicht schaffen, das Geld zurückzuzahlen. Zudem konnte der Witwe und ihren Enkeln von der Geldspende ein Bett, eine Matratze, eine Decke und Bettwäsche gekauft werden. „Vielen Dank für eure Spende“, schrieb Mwaka den Schülern.

Lucker würde sich sehr freuen, wenn sich noch Personen fänden, die Patenschaften für die drei Enkel von Mama Zebia übernehmen würden, damit diese Kinder eine Schul- und Berufsausbildung erhalten können. Wer Interesse an der Übernahme einer Patenschaft in Höhe von 30 Euro pro Monat hat oder wer gerne ein weiteres Witwenhaus finanzieren möchte, kann sich bei Lucker unter (05832) 6404 melden.

Drei der zwölf Patenkinder des Gymnasiums haben in diesem Frühjahr ihr Abitur bestanden: Sie wollen Lehrer werden und später in Butiru mitarbeiten. Damit haben die Schülernicht nur den Waisenkindern eine neue Zukunft gegeben: Der neue Lebensmut und das positive Beispiel werden weitergegeben.

Von Paul Gerlach

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