„Haben nicht viele Möglichkeiten“

Finanzielle Situation der Gemeinde Sprakensehl bleibt angespannt

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Freibäder sind immer ein Zuschussgeschäft: Eine Schließung der beiden Bäder in Sprakensehl und Bokel wäre ein falsches Zeichen, sagt Bürgermeisterin Christiane Fromhagen. 

Sprakensehl – Die Gemeinde Sprakensehl rechnet für 2019 mit einem Fehlbedarf von 57.300 Euro. Das ist eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr. „Ein Lichtblick am Ende des Tunnels”, sagte Nicole Zergiebel von der Verwaltung.

Auch in den letzten Jahren war mit Fehlbedarfen geplant worden. „In Zukunft sieht es nicht besser aus”, sagte Zergiebel. Die Gemeinde habe keine Idee, wie sie das verhindern soll. Bei den vorläufigen Ergebnissen sei die Entwicklung letztendlich besser als geplant gewesen. Die Fehlbedarfe summieren sich auf über 300 000 Euro. „Eine deutliche Verbesserung”, kommentiert Zergiebel. Nichtsdestotrotz werde die Gemeinde dauerhaft auf Liquiditätskredite angewiesen sein. Schon zum 1. Januar 2019 wäre sie aufgrund der zu zahlenden Umlagen ohne den internen Finanzausgleich im Minus gewesen.

2018 sieht das Ergebnis voraussichtlich besser aus, auch wenn einige Buchungen noch nicht eingerechnet seien, so Zergiebel. Eine schwarze Null könne es aber werden. Ein Plus von 57 800 Euro erwartet das Land laut seiner Schätzung für die Kommune in 2021. „Das ist sehr optimistisch kalkuliert”, warnte Zergiebel.

Das Anheben der Hebesätze auf 400 Prozent hat der Gemeinde, die überhaupt keine Rücklagen hat, rund 30 000 Euro Plus gebracht, weitere Erhöhungen sind aber nicht geplant. Eine Erhöhung der Hundesteuer würde gerade einmal 2000 Euro pro Jahr bringen. „Wir sollten das so lassen”, sagte Linda Braun (CDU). Die Kommune erhalte angesichts ihrer Riesenfläche zu wenig Einkommenssteuer, erläutert Zergiebel die Gründe für die finanzielle Misere. Die Steuererhöhung sei zudem zu spät erfolgt. Die Gemeinde Dedelstorf habe die Steuer vor zwölf Jahren erhöht und daher jetzt Rücklagen.

„Die Freibäder in Sprakensehl und Bokel sind ein Zuschussgeschäft”, sagte Bürgermeisterin Christiane Fromhagen. „Es ist ein dermaßen geringer Betrag für zwei Bäder. Es steckt viel Herzblut, Leistung und Arbeitskraft drin, es ist das letzte bisschen an Infrastruktur. Eine Schließung wäre ein falsches Zeichen, ich bin absolut dagegen.”

Thorsten Wegmeyer (WGS) betonte, dass er als Unterstützer und Nutzer aber nichts gegen eine Erhöhung der Eintrittspreise hätte. „So setzen wir ein Zeichen in Richtung Landkreis und tun der Bevölkerung nicht wirklich weh.” Fromhagen kündigte an, dass man im Frühjahr darüber sprechen werde.

Sieghard Karfeld saniert die maroden Sitzbänke in der Gemeinde, die Kommune übernimmt Materialkosten in Höhe von 500 Euro. Für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners sind Gelder in den Haushalt eingestellt worden. Wenn etwas in dieser Sache anliegt, wird der Landkreis dies koordinieren.

„Wir haben nicht viele Möglichkeiten. Auf die allermeisten Produkte haben wir keinen Einfluss. Streichen können wir nichts”, sagte Fromhagen mit Blick auf die finanzielle Gesamtsituation der Gemeinde.

Von Paul Gerlach

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