63 Geburten in der Samtgemeinde Hankensbüttel: Eltern setzen bei Vornamen auf Individualität

Favoriten nicht zu erkennen

63 Babys wurden im vergangenen Jahr in der Samtgemeinde geboren. Foto: dpa

Hankensbüttel. So richtige Favoriten bei den Vornamen von Neugeborenen in der Samtgemeinde Hankensbüttel gibt es nicht. 63 Babys wurden im vergangenen Jahr in den fünf Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde geboren.

Die Zahl der Geburten bewegt sich nach Auskunft von Samtgemeindebürgermeister Andreas Taebel in den vergangenen Jahren zwischen 60 und 70 Geburten pro Jahr. Noch eine Zahl, die vielleicht interessiert: 44 Paare aus der Samtgemeinde haben im vergangenen Jahr geheiratet.

Die Namensliste der Neugeborenen in 2012 reicht von Aaron und Anna über Finn bis Leonie und Victoria. Bei der Suche nach einem Vornamen hat vielleicht die schwedische Tronfolgerin Victoria eine Rolle gespielt, die sich ja auch in Deutschland großer Beliebtheit erfreut.

Dass viele Eltern gleiche Vornamen gewählt haben, ist aus der Namensliste im vergangenen Jahr nicht erkennbar. Der Trend geht zur Individualität bei den Vornamen. Lediglich Jonas, Levin und Noah sind jeweils zwei Mal gewählt worden.

Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort, denn die Zahl der Todesfälle liegt auch im vergangenen Jahr über den Geburtenzahlen (63). 84 Menschen starben in 2012 in der Samtgemeinde Hankensbüttel. Auch die Einwohnerzahl sinkt von Jahr zu Jahr. Laut Statistik hatte die Samtgemeinde zum 31. Dezember 2011 insgesamt 9388 Einwohner. Zum Ende des vergangenen Jahres waren das 9042, wie die Zählung der Samtgemeindeverwaltung ergab. Hinzu kommen 251 Zweitwohnsitze. Die Prognose für die Bevölkerungsentwicklung für die nächsten Jahre sieht nicht sehr positiv aus. Die Bertelsmann-Stiftung geht in ihren Demographiebericht davon aus, dass nur noch rund 8000 Menschen im Jahre 2030 in der Samtgemeinde leben. Auch der demographische Wandel schreitet voran: Laut Prognose liegt der Anteil der 65- bis 79-Jährigen in 2030 bei 23,1 Prozent. Heute beträgt er 17,2 Prozent. Auch der Anteil der Jugendlichen sinkt von derzeit 17,6 Prozent in 2030 auf 14,8 Prozent. Liegt das Durchschnittsalter heute bei 45,6, beträgt es laut Prognose in 18 Jahren 50,4 Jahre.

Noch ein kleiner Abstecher in die Geschichte: Die Gegend der heutigen Samtgemeinde Hankensbüttel befand sich bis zum Jahr 1051 im Besitz der Brunonen und der Herzöge von Sachsen, den Billungern. Im 12. Jahrhundert erwarben die Welfen durch Erbschaft das Gebiet. Durch die Teilung der Welfen fiel die Gegend an die Lüneburger Linie des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg. Ab 1705 gehörte das Land zum Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, ab 1814 zum Königreich Hannover und nach der Annexion durch Preußen 1866 zur preußischen Provinz Hannover. Durch die preußische Landreform 1885 entstand aus den Gemeinden Brome, Hankensbüttel, Wesendorf und Wittingen der Kreis Isenhagen, welcher 1933 mit dem Kreis Gifhorn fusionierte.

Von Walter Manicke

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