Nach der Pause wird es sich stauen

Fahrschulen rechnen mit hohem Andrang nach Corona-Zwangspause

Bei den Fahrschulen ruht seit fünf Wochen der Betrieb, auch in Hankensbüttel. symbolFoto: Dpa
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Bei den Fahrschulen ruht seit fünf Wochen der Betrieb, auch in Hankensbüttel. symbolFoto: Dpa

Hankensbüttel – Das Warten auf den Führerschein geht für viele Fahrschüler momentan noch etwas weiter. Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Fahrschulen seit fünf Wochen in einer Zwangspause. Wie es weitergeht? Das ist noch offen.

Sorgen haben die Fahrschulen schon, wie Petra Ackermann, Geschäftsführerin vom Fahrschulteam Ackermann, berichtet. Vier Fahrschulen im Landkreis – unter anderem in Hankensbüttel – sind gerade vom Lockdown betroffen. „Wir wissen noch nicht, wann und vor allem, wie es weitergeht“, sagt sie. Vor dem Corona-Virus gab es fast jede Woche eine Prüfung.

Nun sind die Fahrschüler seit fast sechs Wochen aus der Übung, was ein Problem ist – besonders für noch angehende Autofahrer. „Es dauert dann bestimmt vier, fünf oder sechs Fahrten, bis die Schüler wieder in der Übung sind“, schätzt Ackermann.

Wie viele Fahrschüler dürfen ins Auto?

Was Ackermann besonders umtreibt, ist die Frage, wie viele Fahrschüler überhaupt in einem Fahrzeug mitfahren dürfen. Wenn sie etwa mit jedem Prüfling aus Radenbeck, Groß Oesingen und Hankensbüttel einzeln nach Gifhorn fahren müsste, wären die zusätzlichen Kosten durch den Spritverbrauch immens. Ganz zu Schweigen von dem Zeitverlust – besonders, wenn zwischen den Fahrten das Auto desinfiziert werden müsste. „Das ist geschäftsschädigend“, bringt es Ackermann auf den Punkt. Zumal, wenn alle Fahrschulen wieder öffnen, es zu einem Prüfungs-Stau kommen wird, da ist die Geschäftsführerin sich sicher. Es stecke jede Menge Logistik dahinter, etwa was den TÜV und die Fahrprüfer angeht. Bei so einer Situation könne die Anzahl an Fahrschülern nicht bewältigt werden. Seit vergangenen Monat warten viele darauf, endlich den Motorrad-Führerschein in Angriff zu nehmen. Und diejenigen, die im Herbst 17 oder 18 Jahre alt werden, melden sich bereits an, um rechtzeitig den Führerschein in der Tasche zu haben.

Am ehesten ließe sich noch die Theorie umsetzten. Auch wenn es unglücklich wäre, wenn man beispielsweise die Hälfte der Schüler wieder nach Hause schicken müsse. Aber welche Regelungen kommen? Das weiß sie bisher nicht. Ackermann rechnet, dass sie zwei bis drei Tage bräuchte, um alles zu reaktivieren. Autos, Motorräder und Fahrlehrer. Durch längere Arbeitszeiten ließe sich das Problem nicht beheben, wie Ackermann erklärt: „Ein Fahrlehrer darf 495 Minuten am Tag fahren, dann ist Schluss.“

Ackermann hofft, dass es vielleicht schon Anfang Mai wieder losgehen kann. Damit der Stau an Fahrschülern nicht noch länger wird.

VON MAX A. MORRISON

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