Freude am Hankensbütteler Otter-Zentrum über Ja aus Reihen der Politik

Erweiterung: Grünes Licht vom Rat

Der Hankensbütteler Rat gab jetzt grünes Licht für den Bebauungsplan zur Erweiterung des Otter-Zentrums. Die Naturerlebnis-Einrichtung will nach Möglichkeit Anfang kommenden Jahres mit den Arbeiten beginnen.
+
Der Hankensbütteler Rat gab jetzt grünes Licht für den Bebauungsplan zur Erweiterung des Otter-Zentrums. Die Naturerlebnis-Einrichtung will nach Möglichkeit Anfang kommenden Jahres mit den Arbeiten beginnen.

Hankensbüttel – Das Hankensbütteler Otter-Zentrum kann Anfang 2021 mit seiner Erweiterung im Waldgebiet Hagen starten.

Voraussetzungen sind, dass die Witterung die entsprechenden Arbeiten zulässt und dass der Bebauungsplan durch die Veröffentlichung im Amtsblatt des Kreises rechtskräftig wird. Diesem Plan gab der Hankensbütteler Rat am Donnerstagabend seinen Segen: Bei drei Gegenstimmen erfolgte der Ratsbeschluss, der einen Schlussstrich unter jahrelange Querelen und einen ständigen Austausch von Pro- und Contra-Argumenten zieht.

Der Ball liegt nun im Spielfeld des Landkreises. Aller Voraussicht nach sollten von dort aber keine Einwände mehr zu erwarten sein, da der Kreis im Zuge des Verfahrens bereits beteiligt gewesen war und keine Bedenken gegen den B-Plan erhoben hatte. Auf diesen Punkt hatte bei der Sitzung auch Dirk Nie-buhr (CDU) hingewiesen. Der Landkreis sei für ihn die maßgebende Fachbehörde, der er vertrauen müsse und werde, sagte er vor der Abstimmung. Er unterstütze das Vorhaben des Otter-Zentrums. Dies war auch – angesichts von neun Ja-Stimmen für den B-Plan – bei der großen Mehrheit des Rates der Fall. Claudia Schulze und Elisabeth van Werde (beide CDU) sowie Reinhard Weißmann (WIH) stimmten dagegen.

Van Werde stellte gleich mehrere Anträge. Sie wollte erreichen, dass bei den textlichen Festsetzungen aufgenommen wird, dass die Wege und andere bauliche Einrichtungen im Erweiterungsgelände 1,50 Meter Abstand zu den Bäumen einhalten. Das sei ohnehin gesetzlich so geregelt, wurde ihr im Ratsrund gesagt. Beim Bohldamm sah sie ein Problem in dem Satz „Ansonsten ist der Bereich der natürlichen Sukzession zu überlassen.“ Darunter versteht man die natürliche Rückkehr der für einen Standort typischen Pflanzen-, Tier- und Pilzgesellschaften. Zu van Werdes Bedenken bezüglich der Zugänglichkeit der Gasleitungen entgegnete Bürgermeister Dirk Köllner (CDU), dass die Zugänglichkeit sowieso immer gewährleistet sein müsse. Das sei seit Jahrzehnten ein Bestandteil von B-Plänen.

Van Werde beantragte eine Aussetzung des Verfahrens, bis das Ergebnis einer von ihr beim Umweltministerium beantragten Prüfung vorliegt: Dabei geht es um die Rechtmäßigkeit der Ausnahmegenehmigung fürs Landschaftsschutzgebiet Hagen. Die Ratsfrau wollte darüber hinaus eine Korrektur des forstfachlichen Gutachtens, da die Kompensationsbilanz nicht ausreiche, sowie eine Umweltverträglichkeitsprüfung fürs gesamte Gebiet. Van Werdes Anträge wurden jeweils mit großer Mehrheit abgelehnt.

„Ampeln auf Grün“

Otter-Zentrum-Chef Dr. Oskar Kölsch erläuterte gestern, wie nach dem positiven Ratsbeschluss nun die nächsten Schritte aussehen. Zunächst muss noch auf die Baugenehmigung durch den Kreis für den angepeilten Themenpfad gewartet werden. Mit den Firmen, die die Umsetzung vornehmen sollen, laufen Gespräche. Den Besuchern sollen Infos zu Wildkatze, Wolf, Luchs, Marderhund und Waschbär vermittelt werden.

Mit dem Landkreis und der Gemeinde stehen noch viele Gespräche im Zuge der Umsetzung an. So steht mit der Kommune auch noch der vorgesehene Flächentausch an. „Wir kriegen das alles hin, die Ampeln stehen auf Grün“, ist Kölsch zuversichtlich. Die (Vor-)Freude ist nach den langen Jahren der Planung und einem langwierigen Verfahren groß. Der B-Plan sei außergewöhnlich detailliert und nach allen Seiten hin abgeklopft worden, so Kölsch. Er hofft, dass ab April das Erweiterungsgelände mit dem dann fertigen Pfad angeschlossen werden kann.

Weiterer Bericht folgt

VON PAUL GERLACH

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare