Gymnasien im Kreis hoffen auf Einsicht der Landesregierung

Erhöhung der Arbeitszeit: Lehrer-Protest geht weiter

Die Vorsitzenden der Personalräte der Gymnasien im Kreis Gifhorn: Anja Toth-Hohmann (Gymnasium Hankensbüttel), Tanja Mersch (Sybilla-Merian-Gymnasium Meinersen), Karsten Völker (Otto-Hahn-Gymnasium Gifhorn) und Andreas Matthies (Humboldt-Gymnasium Gifhorn). Foto: Gerlach

Hankensbüttel/Landkreis Gifhorn - Die Proteste der Personalräte der Gymnasien im Landkreis Gifhorn gegen die Pläne der Landesregierung (das IK berichtete) halten an.

Im März war von der Landesregierung ein Verordnungsentwurf in den Niedersächsischen Landtag eingebracht worden, der besagt, eine Stunde Altersermäßigung für alle Lehrer zu streichen und die Unterrichtsverpflichtung für Lehrer an Gymnasien zu erhöhen.

In der Folge hagelte es Kritik von Lehrern aller Schulformen. Diese von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt als Verlagerung von Arbeitszeit dargestellte Maßnahme führe zwangsläufig zu Kürzungen an anderen Stellen.

Die Lehrer an den Gymnasien des Landkreises Gifhorn teilen die Kritik und haben für das kommende Schuljahr Kürzungsmaßnahmen verabredet  – sofern die Arbeitszeitverordnung in der geplanten Version in Kraft tritt. „Die Stimmung ist im Keller. Der Bogen wird überspannt“, schildert Andreas Matthies vom Humboldt-Gymnasium in Gifhorn die derzeitige Situation. Den Lehrern werde es zuviel und sie seien erbost. Matthies führt an dieser Stelle die vielen Reformen in den vergangenen Jahren an.

Der Grundgedanke ist laut Matthies überall ähnlich: Die Lehrer dürfen nicht streiken. Also behielten sie sich vor, Aspekte, die über den Unterricht hinaus gingen, einzudampfen oder zu streichen – etwa die Klassenfahrten. Das falle den Kollegen aber keineswegs leicht. „Vielen blutet bei manchen Kürzungsmaßnahmen das Herz.“ Laut Anja Toth-Hohmann vom Hankensbütteler Gymnasium kann es keinem Lehrer verboten werden, noch Klassenfahrten zu unternehmen. „Der Gedanke der Solidarität in den Kollegien ist aber sehr stark“, betont Toth-Hohmann.

Von Paul Gerlach

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