Altfelder statt neuer Quellen

Erdölförderung bei Hankensbüttel: Unternehmen setzen aufs Ausschöpfen

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Wintershall Dea ist im Altfeld Hankensbüttel-Süd aktiv – und war nun mit der zweiten Probebohrung erfolgreich, die Öl zur neuen Förderbohrung drücken wird.

Hankensbüttel / Oerrel – Im vergangenen Jahr sind nur in Bayern und Nordrhein-Westfalen zwei neue Erlaubnisfelder für die Suche nach Erdöl- und Erdgaslagerstätten hinzugekommen.

Das hält das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in seinem neuen Jahresbericht fest.

Die Förderstrategie auf Bundesebene findet sich auch im hiesigen Raum wieder: Die Ölfirmen im Raum Hankensbüttel setzen auf eine Optimierung der Förderung in den Altfeldern.

Die Gesamtfläche aller Erlaubnisfelder in Deutschland hat sich laut dem Bericht im Vergleich zum Vorjahr um etwa zehn Prozent auf 53 600 Quadratkilometer verringert – das entspreche rund einem Siebtel der Landesfläche. Die meisten Erlaubnisfelder befinden sich weiterhin in Niedersachsen: Sie nehmen rund 31 Prozent der Fläche des Bundeslandes ein. Die Fördermenge in Deutschland hat im vergangenen Jahr um 6,8 Prozent auf 2,1 Millionen Tonnen abgenommen.

Aus dem Feld Hankensbüttel-Süd, das von der Wintershall Dea betrieben wird, wurden seit der Entdeckung des Vorkommens 1954 rund 12,5 Millionen Tonnen Öl gefördert. „Der Vorteil des Hankensbüttel-Öls sind die gute Qualität des Öls und die hervorragende Eignung des Speicher-Sandsteins“, sagt Sprecher Derek Mösche gestern dem IK.

Die sehr gute Durchlässigkeit des Sandsteins sorge dafür, dass das das leichte Öl gut zu den Bohrungen fließen kann. „Auch wenn die Fördermenge im internationalen Vergleich eher gering ist, leistet das Feld Hankensbüttel-Süd dennoch einen wichtigen volkswirtschaftlichen Beitrag: Erdöl wird nicht nur als Ausgangsprodukt von Kraftstoffen benötigt, sondern ist in tausenden Produkten des Alltags erforderlich“, betont Mösche.

Bei Hankensbüttel-Süd handelt es sich um ein Altfeld. „Geologen sprechen auch von einem maturen Feld, in dem die Förderung schon weit fortgeschritten ist und der Verwässerungsgrad des Öls schon stark ausgeprägt ist“, erläutert Mösche den Stand der Dinge.

An der Hankensbütteler Elwerathstraße ist das Betriebsgelände von Exxon Mobil. Die Firma setzt auf das Ausschöpfen der Reserven in den Ölfeldern.

Auch bei Exxon Mobil wird auf das Ausschöpfen der Reserven in den Erdölfeldern gesetzt, die entweder selbst oder gemeinsam mit Partnern zwischen Elbe und Weser operiert werden – in Eldingen, Hankensbüttel, Lüben, Bodenteich, Nienhagen und Rühme. Sie stehen für rund 2,5 Prozent (= 52 661 Tonnen; Vorjahr: 60 022 Tonnen) der in Deutschland in 2018 geförderten Erdölmengen. Entgegen der Gesamtentwicklung in Deutschland ist die Erdölförderung aus dem Feld Lüben (plus 8 Prozent) sogar angestiegen und in Bodenteich konstant geblieben, sagt Sprecher Klaus Torp.

Die Bedeutung der Reserven in allen Erdölfeldern zwischen Elbe und Weser liege bei 3,7 Prozent der deutschen Erdölreserven (Stand: 1. Januar 2019). Die Reserven in diesen Feldern könnten – als Momentaufnahme und statistische Orientierungsgröße – noch 14 Jahre vorhalten, ergänzt Torp.

VON PAUL GERLACH

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