Betreiber Exxon Mobil weist Vorwürfe von Umweltschützer zurück

Erdölförderplatz bei Hankensbüttel: Kritik an Wartung

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Putzlappen in Ölleitung bei der Ölstation Hankensbüttel: Die Kritik durch Umweltschützer Bernd Ebeling daran, weist Betreiber Exxon Mobil zurück. In Einzelfällen würden Reinigungstücher als temporärer Verschluss bereits restentleerter Rohre dienen, um zu verhindern, dass Kleingetier hineinkrieche.

Hankensbüttel – Der Uelzener Wasserbau-Ingenieur und Umweltschützer Bernd Ebeling kritisiert in einer Mail ans Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), ans Wirtschaftsministerium, an den Landkreis Gifhorn und die Presse, dass er „schlampige Arbeiten auf dem Erdölförderplatz neben der havarierten Nassölleitung“ bei Hankensbüttel festgestellt habe.

Betreiber Exxon Mobil weist die Vorwürfe zurück und begründet die Vorgehensweise.

Wassergefährdende Stoffe wie Öl und Lagerstättenwasser würden häufiger in Grundwasser und Boden gelangen, moniert Ebeling. Angesichts der Wartungsarbeiten nach der Leckage am vergangenen Donnerstag führt er an, dass die nächsten Wohnhäuser in 100 Meter Entfernung seien. „An diesem Erdölförderplatz riecht es ölig.“

In die Enden abmontierter Nassölleitungen seien Putzlappen gestopft worden. „Korrekterweise wären die Enden mit abdichtenden Flanschen zu verschrauben. Mit Nassöl oder Schmieröl benetzte Arbeitsrohre liegen ohne wasserdichte Wanne über dem Schotter“, so Ebeling. Dieser Erdölförderplatz sei nicht mit Beton oder Asphalt abgedichtet, austretende wassergefährdende Stoffe könnten so ungehindert durch den Schotter in Boden und Grundwasser sickern.

Es sei möglich, dass es in unmittelbarer Nähe der Leckagestelle – die ja direkt am Kreisel nicht weit entfernt von der Bohrung Hankensbüttel M8 liegt – noch ölig rieche, sagt Unternehmenssprecher Klaus Torp. Ein Zusammenhang mit den Wartungsarbeiten auf der Bohrung bestehe nicht. Der Sprecher betont, dass es sich dabei um einen „genehmigten Standardplatz der Ölproduktion aus den 50er Jahren“ handele. Damit eventuelle Resttropfen aus den Rohrenden nicht in den Untergrund gelangen, würden saugfähige Vliese ausgelegt, die speziell für ölhaltige Reste geeignet sind.

Zum Thema Putzlappen sagt Torp, dass in Einzelfällen Reinigungstücher als temporärer Verschluss bereits restentleerter Rohre dienen, um zu verhindern, dass Kleingetier hineinkrieche.

Unter einem blauen Service-Lkw mit der Arbeitswinde seien drei Auffangwannen für leckende Öle und so weiter aufgestellt worden, merkt Ebeling an. „Diese Wartungs- beziehungsweise Bohrlocharbeiten sind schlampig und nachlässig.“ In der Vergangenheit seien solche Arbeitsweisen häufiger vorgekommen – zum Beispiel auf der Ölstation Hankensbüttel und auf Ölförderplätzen bei Gannerwinkel und Lüben.

„Diese Auffangwannen sind eine reine Vorsichts- und Sicherheitsmaßnahme zum Boden- und Grundwasserschutz – nur für den Fall, dass es technische Probleme mit der Arbeitswinde geben sollte“, sagt Torp dem IK. „Gerne hätten wir die Fragen von Herrn Ebeling auch direkt beantwortet. Aber leider hat er sich nicht dazu bei uns gemeldet.“

VON PAUL GERLACH

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