DEA-Projekt im Trinkwasserschutzgebiet bei Oerrel: Firma verweist auf Rechtslage

Erdöl: Ruf nach Moratorium

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Aufnahme von Sondierungsbohrungen im Bohrfeld Hankensbüttel-Süd, die DEA im Dezember beendete.

Oerrel. Gegen die geplanten Bohrprojekte Hankensbüttel-Süd 96 und 97 bei Oerrel (das IK berichtete mehrfach) regt sich zunehmend politischer Widerstand:

Die SPD-Kreistagsfraktion fordert für das Vorhaben im Trinkwasserschutzgebiet Schönewörde ein Moratorium und eine zwingende Umweltverträglichkeitsprüfung.

Im Dezember hatten dort Sondierungsbohrungen nach Erdöl stattgefunden. Nach SPD-Angaben liegen dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) nun vier Anträge der DEA zur Genehmigung kommerzieller Erdölförderung vor. Bereits im Genehmigungsverfahren der Sondierungsbohrungen sei seitens der LBEG entschieden worden, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nicht erforderlich sei.

„Eine Umweltverträglichkeitsprüfung im Trinkwasserschutzgebiet halte ich hingegen für unerlässlich“, betont der SPD-Abgeordnete Tobias Heilmann. „Nur so können wir Transparenz bei solchen Bohrvorhaben gewährleisten und sicherstellen, dass die Umweltauswirkungen gutachterlich geprüft werden.“ Die SPD-Fraktion bringt Ende dieses Monats einen Antrag in den Gifhorner Kreistag ein. Darin wird die Kreistagsverwaltung aufgefordert, eine UVP im Genehmigungsverfahren von Erdöl- und Erdgasförderungen zwingend erforderlich zu machen.

Darüber hinaus beinhaltet der Antrag auch eine Aussetzung weiterer Genehmigungen von Erdöl- oder Erdgasförderungen – bis die abschließende Entscheidung des Landes Niedersachsen über ein generelles Verbot von Erdöl- und Erdgasbohrungen in Trinkwasserschutzgebieten erfolgt sei. Die Beurteilung eines solchen Verbots soll noch in diesem Jahr abgeschlossen sein.

„Als einzig logische Konsequenz sollten zuvor keine Anträge genehmigt werden, die eine Förderung in Trinkwasserschutzgebieten ermöglichen. Nur durch ein Moratorium kann die Qualität unseres Trinkwassers weiterhin effektiv gewährleistet bleiben“, begründet Fraktionsvorsitzender Rolf Schliephacke den Antrag der SPD-Kreistagsfraktion. Diese betont, dass das Vorhaben als gemeinsamer Antrag durch die Koalitionspartner der CDU, ULG sowie FDP unterstützt werde.

DEA verweist auf IK-Anfrage hin auf die geltende Rechtslage. Man halte sich an die Gesetze und Vorschriften. „Alle Aspekte werden abgearbeitet“, sagte gestern der Unternehmenssprecher Derek Mösche.

Von Paul Gerlach

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