„Entschlammung finanziell nicht machbar“

Hankensbüttel – Von Sabine Peter. Der Isenhagener See in Hankensbüttel hat sich im vergangenen Jahr zu einem kleinen Politikum entwickelt. Die vermehrte Algenbildung in dem Gewässer könnte dazu führen, dass der See „umkippt“ und damit ein Fischsterben fordert.

Der Umwelt-, und Planungs- und Bauausschuss der Gemeinde Hankensbüttel hatte das Thema am Mittwoch auf seiner Tagesordnung. Peter Dietz (Grüne) berichtete, dass es im Sommer schon oft Beschwerden über üblen Geruch am Isenhagener See gegeben habe. Er vermutet eine Überdüngung als Ursache für die starke Algenblüte und den Geruch.

Gemeindedirektor Heinz Gödecke verwies auf die Lüfter, die die Gemeinde eingesetzt hatte, um ein Umkippen des Sees zu verhindern. Dies sei aber keine Dauerlösung, zumal die Belüftung des Sees hohe Stromkosten verursache. Die Gemeinde steht in enger Verbindung zum Otter-Zentrum und der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Gifhorn, um eine Lösung zu finden. Diesbezüglich war die Gemeinde auch an die Fachhochschule Suderburg herangetreten (das IK berichtete). Studenten könnten im Rahmen ihrer Bachelorarbeit den See und dessen Schlammaufkommen untersuchen. Bisher hätten sich dafür aber noch keine Studenten gefunden. Bedrohlich sei die Lage zwar nicht, aber man müsse etwas tun, meinte Gödecke.

Ausschussvorsitzender Dirk Köllner (CDU) verwies auf die Zuläufe zum See, die Schuld an der Überdüngung sein könnten. Adäquate Lösungen für das Problem im Isenhagener See – wie etwa eine komplette Entschlammung – würden der Gemeindekasse immense Kosten verursachen. Aufgrund der Finanzlage der Gemeinde sei das nicht machbar. Fördertöpfe für öffentliche Gewässer gibt es nach Information des Gemiendedirektors nicht. Für Ideen und Anregungen zur Lösung des Problems ist die Gemeinde stets offen.

Erfolgversprechende Maßnahmen kosten Geld, bestätigt Mark Ehlers, Vorstandsvorsitzender der Aktion Fischotterschutz. Er schätzt die Lage so ein, dass man nicht drum herum kommen werde, den Schlamm aus dem See zu holen. Durch die starke Algenblüte würde sich der Zustand des Gewässers verschlechtern.

Dietz zweifelte daran, ob die Einbeziehung der FH Suderburg nötig ist. Das Otter-Zentrum verfüge über Wasserbauingenieure, und Hankensbüttel könne sich Beispiele anderer Kommunen ansehen, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben.

Eine kostengünstige Behebung der Überdüngung ist nicht in Sicht, weshalb wieder die Lüfter zum Einsatz kommen sollen. „Wenn der See stinkt, brauchen wir uns auch nicht mehr Luftkurort nennen“, fand Dr. Meinhard Gehse (FDP). Der Ausschuss empfahl einstimmig, dass die Verwaltung weiter nach Möglichkeiten zur Entschlammung suchen soll. Für Untersuchungen im See sollen zunächst 2000 Euro in den Haushalt 2011 eingestellt werden.

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