In Pasemanns Saal feiert der Ort viele bunte Acts

Emmener Karneval läuft richtig rund

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Am Ende gab es Bewegung für die Gäste: die Polonäse durch den Saal.

Emmen – Endlich wurden sie gelüftet, die letzten Geheimnisse des „geilsten Schützenfestes der Welt“. Schütze Klemens plauderte beim Emmener Karneval am Wochenende aus dem Nähkästchen. Und da dürften in Pasemanns Saal so einige Ohren rot geworden sein.

Denn beim Schützenfest wird nicht nur geschossen, sondern es gibt auch den spontanen Beischlaf an der Rückwand des Schießstands.

„Bratwurstfressen oder Tanzen“ in den Trinkpausen und am Morgen danach blaue Flecken, leere Geldbörse und eine Gedächtnislücke runden das Fest der selbstironischen Schilderung zufolge ab – aber immerhin gibt es inzwischen weder Tote noch Schlägereien, stellte Klemens fest. Der Saal tobte.

Doch der Abend bei Pasemann wurde auch richtig romantisch, als Moderator Thorsten Hiemisch das Licht im Saal weitestgehend löschte. Da tanzten dann neonfarben-strahlende Strichmännchen auf der Bühne. Dahinter verbargen sich allerdings Frauen in schwarzer Ganzkörpermaskierung mit Lichteffekt, die sich dann den Emmener Karnevalsorden beim Elferrat abholten und mit einem dreifach donnernden „Emmen Helau“ verabschiedet wurden – nicht allerdings ohne Zugabe.

Für einen feschen Tanz sorgten die Can-Can-Girls.

Für eine solche hatten auch die Tanzgarde sowie die Can-Can-Tänzerinnen noch genug Kraft und Elan. Die „Knackigen“ dagegen „mühten“ sich mit dem Rollator auf die Bühne und ließen es gerontologisch-gemächlich angehen. Dafür segelte so manches Elferratsmitglied wie ein Flugzeug über die Bühne, denn die Herren hatten sich als Flugzeugcrews schick gemacht. „Alles ok, bis auf die Strumpfhose, die war gewöhnungsbedürftig“, sagte Hiemisch – selbst als Stewardess im Einsatz – auf die Frage von Moderatorin Alena Gödecke. Hauptsache, die blonde Perücke saß.

Steffen und Mario zeigten in der Selbsthilfegruppe bittere, aber komische Schicksale und bekamen am Ende jeweils ein weißes Jäckchen zum Selberliebhaben. Mit fixierten Füßen rotierten dagegen die „Screwed Shoes“ singend über die Bühne, und auch beim „stillen Örtchen“ gab es Spaß und für die genervte Lehrerin darauf.

Auch das Publikum durfte ran. Nicht nur bei der Schunkelrunde, sondern auch bei der Polonäse und dem Tanz am Samstag mit der Band Pink Noise konnte es seinem Bewegungsdrang nachgeben. Beim „Konzert des Musikzugs mit einem Weltstar“, der allerdings verhindert war, sprangen zudem zwei kompetente Gäste für das Schildhochhalten ein, um den kurzen Text für das Publikum zu zeigen.

VON BURKHARD OHSE

Karneval in Emmen 2020

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