Polizei bestätigt: Vor Schreck wird Lenkrad verrissen

Emmen: Falsche Feldberegnung als Gefahr – Ratsherr kritisiert

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Feldspritzen müssen bei der Beregnung vernünftig eingestellt werden – sonst können sie zur Gefahr für den Straßenverkehr werden, bestätigt Polizeisprecher Thomas Reuter. Ratsherr Uwe Weber hat jetzt zum wiederholten Mal auf die Problematik hingewiesen.

Emmen/Isenhagener Land – Wohl jeder Verkehrsteilnehmer hat diese Situation schon einmal erlebt: Man fährt entlang eines Feldes, doch die dort aufgestellte Feldspritze wurde vom Landwirt nicht richtig eingestellt oder hat sich auch ihrer Position gelöst.

So bekommt man eine Breitseite ab, die einem kurzzeitig die Sicht nimmt und im schlechtesten Fall die Straße unter Wasser setzt. Auf diese Problematik hat Ratsherr Uwe Weber aus Emmen jetzt noch mal nachdrücklich hingewiesen. Das IK hat sich dazu umgehört.

„So etwas gibt es alle Jahre wieder und ist nichts Neues“, sagt der Gifhorner Polizeisprecher Thomas Reuter. Die Thematik ist natürlich bekannt und wird durch die Beamten verfolgt. Bei Verstößen können Bußgelder fällig werden, wie Reuter betont. Landwirte, die Wasser auf öffentliche Straßen lenken, könnten belangt werden. Die Verkehrsteilnehmer, insbesondere Cabrio-, Motorrad- und Fahrradfahrer seien davon dann betroffen. „Die Landwirte können zur Kasse gebeten werden, denn das beeinflusst die Verkehrssicherheit.“ Wenn jemand vor Schreck das Lenkrad oder den Lenker verreiße, könne dies zu Unfällen führen, hebt Reuter hervor. In diesen Fällen – oder auch bei Sachbeschädigung, wenn etwa das Polster im Cabrio durch das Wasser in Mitleidenschaft gezogen wurde – habe das haftungsrechtliche Konsequenzen. „Dies ist dann zivilrechtlich zu klären“, sagt Reuter.

Aus polizeilicher Sicht sei festzuhalten: „Für uns ist das eine Gefahr.“ Auch wenn Reuter kein Unfall in diesem Zusammenhang in den letzten Jahren bekannt ist. Die Feldspritzen und andere Wasserquellen müssten vernünftig eingestellt werden. Das gelte für jedermann, zum Beispiel auch wenn Hobby- und Kleingärtner bewässern. Es gelte eine besondere Sorgfaltspflicht.

Reuter betont aber auch, dass es nur sehr wenige Einzelpersonen seien, die die Feldspritzen falsch einstellen. Der Großteil der Landwirte verhalte sich vernünftig. Zudem sei es kein böser Wille, wenn sich eine Feldspritze im laufenden Betriebe verstelle, etwa durch einen Windstoß. Dennoch gelte: Der Landwirt müsse die Beregnung im Auge behalten und kontrollieren.

Auch bei der Samtgemeinde Hankensbüttel ist kein Unfall in Folge von falscher Feldberegnung bekannt. Die Verkehrssicherungspflicht und die Haftung würden bei den Landwirten liegen, sagt Samtgemeindebürgermeister Andreas Taebel. Im Samtgemeinderat sei es mehrheitlich nicht gewünscht gewesen, einen entsprechenden Passus, um die Feldberegnung zu regeln, in die Satzung über die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufzunehmen. „Es gibt auch Kommunen, die das aufgenommen haben, aber bei uns ist das nicht der Fall“, sagt Taebel.

„Feldberegnungen werden auch in der Dunkelheit betrieben, was gerade für Kradfahrer äußerst gefährlich ist“, unterstreicht Weber. Gerade in Corona-Zeiten würden jetzt viele Bürger mit dem Rad durch die Landschaft fahren. „Es geht um Gefahren für Verkehrsteilnehmer.“ Er selbst sei einige Jahre Kradfahrer gewesen und habe oft die Breitseiten dieser Feldspritzen erlebt, schildert Weber.

VON PAUL GERLACH

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