1. az-online.de
  2. Isenhagener Land
  3. Hankensbüttel

„Eltern früh an die Hand nehmen“

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Der Kindergarten ist für viele Eltern ein Anlaufpunkt zur Beratung und Unterstützung.  Foto: Archiv
Der Kindergarten ist für viele Eltern ein Anlaufpunkt zur Beratung und Unterstützung. Foto: Archiv

Hankensbüttel. Diskussionen über ein Familienzentrum gab es in Hankensbüttel bereits im vergangenen Jahr im Rahmen von zwei Konferenzen. Der Hankensbütteler SPD Ortsverein hatte dieses Thema nun für sein erstes Werkstattgespräch am Montagabend gewählt. Auch wenn ein mögliches Familienzentrum Teil des Wahlkampfprogrammes der Hankensbütteler SPD werden soll, sei das Thema dennoch keine parteiinterne Anlegenheit, sondern etwas, dass alle Bürger anspräche, fand der Ortsvereinsvorsitzende Martin Rausch. „Das Thema behält Brisanz. Es gibt Familien, die bei konkreten Lebensfragen Hilfe brauchen.“ Ein Familienzentrum koste zwar Geld, sei aber bedeutend für die Zukunft der Samtgemeinde Hankensbüttel.

Marion Witt, Leiterin der Hankensbütteler DRK-Kindertagesstätte II, stellte der überschaubaren Runde den Sinn und Nutzen eines Familienzentrums vor. Ein Familienbüro, wie es in Gifhorn eingerichtet ist, bündele die Angebote des gesamten Landkreises. Ein Familienzentrum sei hingegen verantwortlich für die Menschen direkt vor Ort. Erziehung, Bildung und Beratung – dieses erweiterte Angebot für Familien solle es weiterhin wert machen, in Hankensbüttel zu leben und Kinder zu erziehen.

Hausaufgabenhilfe, Tagespflege, Eltern-Café zum Austausch, Erziehungsberatung, Opstapje, Therapeuten, Schulen, Vereine, Tafel, Kleiderkammer, Beratung oder auch kulturelle Angebote würden im Familienzentrum abgedeckt. Einige der Angebote gebe es bereits, das gesamte Spektrum würde damit in einer Anlaufstelle gebündelt. Auch die Angebote der Kirche könnten dort miteinfließen. Ein Familienzentrum solle keine Konkurrenz für bestehende Institutionen sein. Trägerübergreifend ist die Devise.

Ein Familienzentrum bildet eine Reaktion auf den Wandel in Familie und Beruf – Andere Familienstrukturen, die nicht mehr die klassische Form von früher abbilden, und veränderte Arbeitszeiten- und bedingungen, erklärte Witt. Es gelte nun Bedarf und Anliegen der Bürger vor Ort herauszufinden. „Gemeinsam stark für eine familienfreundliche Samtgemeinde“, lautet die überzeugte Botschaft der Kita II-Leiterin. Alle Generationen könnten ihren Teil dazu beitragen.

Karin Single vom DRK-Kreisverband Gifhorn belegte den Nutzen eines Familienzentrums in Hankensbüttel mit Zahlen. Im Gifhorner Familienbüro habe es im vergangenen Jahr allein 300 Anfragen aus dem Nordkreis gegeben. Ein hoher Anteil davon käme aus der Samtgemeinde Hankensbüttel. Single erläuterte wie wichtig es sei, Eltern früh an die Hand zu nehmen und ihnen einen Partner an die Seite zu stellen, wenn es schwierig werde. Damit könne ein nachhaltiger Effekt erzielt werden. Mit dem Projekt Opstapje (Betreuung bis zum Kindergartenalter) erreicht der Kreis aktuell 120 Familien. Das koste letztlich so viel wie zwei stationäre Unterbringungen von Jugendlichen pro Jahr. Ideen und Diskussionsstoff gab es am Montagabend im Gasthaus Zur Linde bereits. Ergebnis des Abends war, dass Thema in die Politik zu geben. Rausch äußerte, dass für ein solches Zentrum die gesellschaftliche Akzeptanz gegeben sein müsse.

Mit den Werkstattgesprächen will die SPD gemeinsam mit den Bürger die künftigen politischen Leitlinien für ihre Kommune erarbeiten. Das nächste Gespräch mit Thema Gemeindeentwicklung findet am 11. April statt, 19 Uhr Zur Linde.

Von Sabine Peter

Auch interessant

Kommentare