Hankensbütteler Kirchengemeinde: Besuchsdienstkreis freut sich über Verstärkung / Sechs Frauen im Einsatz

„Eine Art von Seelsorge“

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Gelegenheit für eine gemeinsame Tasse Kaffee und ein gutes Gespräch: Wer einen Geburtstag in seinen 80ern feiert, bekommt Besuch von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Hankensbüttel. Die Ehrenamtlichen suchen nun Verstärkung.

Hankensbüttel. Wertvoller Austausch und gute Gespräche: Wer einen Geburtstag in seinen 80ern feiert, bekommt einen Besuch von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Hankensbüttel (das IK berichtete).

Alle Geburtstagskinder werden bei Vollendung des 81. bis 84. und 86. bis 89. Lebensjahres besucht. Zu den runden und halbrunden Feiern kommen die Pastoren, ab dem 90. sogar jedes Jahr. Die Pastoren bekommen ehrenamtliche Unterstützung durch den Besuchsdienstkreis, der zurzeit aus sechs engagierten Frauen besteht, die Geburtstagsbesuche machen. Da in Hankensbüttel derzeit nicht alle Besuche geschafft werden und dies – im Gegensatz zu früher – auch in den Dörfern rund um den Luftkurort nicht immer der Fall ist, sucht die Gruppe Verstärkung.

Der Kreis ist momentan zu klein: Wünschenswert wäre laut Pastor Jan Wutkewicz auf IK-Anfrage eine Zahl von acht bis zehn Personen. Verständlicherweise seien zuletzt zwei Damen im hohen Alter aus dem Kreis ausgeschieden. Es gehe im Allgemeinen um ein bis zwei Besuche pro Woche, mehr sollen es auch nicht sein, um den Einzelnen nicht zu überlasten.

Elke Koschützke, die etwa Allersehl und Weddersehl mitabdeckt, schildert, dass die Besuche für ein Jahr im Voraus geplant werden. Man melde sich am Tag des Geburtstages und verabrede sich dann mit den Geburtstagskindern an den Tagen danach. Wutkewicz freut sich, dass mit Marion Buchholz nun auch für die Besuche in Emmen jemand gefunden wurde.

Die Mitglieder des Besuchsdienstkreises halten regen Austausch untereinander. Viermal im Jahr gibt es Treffen mit Wutkewicz – zweimal, um die Termine abzustimmen und zu verteilen, und zweimal, um gegenseitig Erfahrungen auszutauschen.

„Am schönsten wäre es, wenn wir diese Aufgabe, wie gewohnt, weiterführen können“, sagt Wutkewicz. Die Ehrenamtlichen werden vom Pfarramt unterstützt. Wer Lust hat, einige Male im Monat in seiner Nachbarschaft Glück- und Segenswünsche zu überbringen, wendet sich direkt an Wutkewicz, damit weiter alle Jubilare bedacht werden können. Auch, wer sich vorstellen kann, den Geburtstagskindern auf den Dörfern gute Wünsche zu überbringen, kann sich bei ihm melden.

„Diese Begegnungen sind für beide, für die Gratulanten wie für die Beglückwünschten, immer ein Gewinn, oft eine Gelegenheit für eine gemeinsame Tasse Kaffee und ein Gespräch, segensvolles Zeichen für das Zusammenleben in der Gemeinde und in all dem eine große Bereicherung.“ Wutkewicz dankt den Damen, die in der Vergangenheit diese Besuche übernommen haben und denen, die das weiter tun. „Ohne sie könnten die Besuche – abgesehen von den runden und halbrunden Geburtstagen – so nicht stattfinden. Das ist eine Art von Seelsorge.“

Der Pastor weist daraufhin, dass im Zuge des demografischen Wandels auch immer mehr Menschen Geburtstage in ihren 80ern feiern. Diese Entwicklung schlägt sich auch in der Statistik der Gemeinde für das Jahr 2017 nieder: Die Zahl der Taufen ging gegenüber dem Vorjahr von 46 auf 29 zurück, ebenso die Anzahl der Konfirmationen von 52 auf 42. Nach 55 Beerdigungen im Jahr 2016 gab es 68 in 2017. Die Zahl der Kirchenaustritte stieg von 19 auf 23.

Von Paul Gerlach

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