15 Bufdis im Otter-Zentrum Hankensbüttel / Großes Lob für Engagement der jungen Leute

„Eine harte Arbeit, die Spaß macht“

Für den Pädagogik-Bereich im Otter-Zentrum hat sich die Knesebeckerin Sophie Gurgel (links) entschieden.

Hankensbüttel. Sie zeigt den Besuchern bei Führungen das Otter-Zentrum, erklärt den Kindern die Tiere, die dort leben, und hilft dabei, neue Angebote mit pädagogischem Hintergrund zu entwickeln:

Sophie Gurgel aus Knesebeck ist eine von 15 jungen Leuten, die den Bundesfreiwilligendienst (Bufdis) im Hankensbütteler Otter-Zentrum ableisten. Derzeit ist die 20-Jährige mit dabei, das Konzept für neue Waldspiele zu entwickeln.

Waren es vor der Abschaffung des Zivildienstes in der Regel Männer, die im Otter-Zentrum eingesetzt wurden, sind bei den so genannten Bufdis die Frauen in der Überzahl. Sie engagieren sich in der Tierpflege und dem pädagogischen Bereich, während die jungen Männer, derzeit sind es vier, überwiegend in der Technik tätig sind.

Den jungen Menschen geht es darum, nach der Schule etwas Sinnvolles zu tun und sich im Naturschutz zu engagieren, wie sie im Gespräch mit dem IK betonen. Bis auf die Knesebeckerin Sophie Gurgel wohnen die jungen Leute im Otter-Zentrum. Untergebracht sind sie in Einzelzimmern. Und wie zu hören ist, kommen sie gut miteinander aus. Es sei halt eine große Wohngemeinschaft, in der man Rücksicht aufeinander nehmen müsse.

Dass die pädagogischen Angebote im Otter-Zentrum immer weiter entwickelt werden, zeigt das Waldspiel, in dem man sich einen eigenen Wald bauen konnte. „Das Spiel war schwer zu durchschauen und wird neu konzipiert“, erklärt Mark Ehlers, Leiter des Otter-Zentrums. Und dabei hilft die Knesebeckerin. Es geht um das Thema „Naturschutz im Wald“. Spielerisch soll zum Beispiel den kleineren Gästen vermittelt werden, was sie tun können, um den Wald zu schützen. Bei Besuchen in anderen Waldzentren habe man sich Anregungen geholt, sagt Sophie Gurgel.

Für Gerrit Knoop aus Eschede war es wichtig nach der Schule einmal so richtig zu arbeiten. Wenn er sein Jahr abgeleistet hat, will er Fachinformatiker werden. Jetzt ist er erst einmal handwerklich gefordert, denn er ist in der Bauabteilung tätig. Derzeit hilft er dabei, Platten als Abgrenzung im Nerzgehege einzubetonieren.

Auch der 19-Jährige ist seit dem 1. Juli vergangenen Jahres im Otter-Zentrum tätig. „Und die Arbeit macht Spaß“, sagt der junge Mann, der während der Saison auch bei den Rundgängen tätig ist und Spiele testet und mithilft, den Park sauber zu halten.

Obwohl es ein harter Job ist, macht die Arbeit dem Bufdi Eike Otto Spaß. „Niemand ist unterbeschäftigt“, sagt der 21-Jährige, der aus der Nähe von Bremen nach Hankensbüttel gekommen ist. Da die Gehege der Otter, Marder, Nerze und Minke aus Holz sind, müssen sie immer wieder repariert oder erneuert werden. Derzeit ist das Hermelingehege dran. Zur Eröffnung der neuen Saison am 1. Februar muss alles fertig sein.

Dann wird Eike Otto bei Gästeführungen das Leben der Tiere erklären. Aber auch bei der Tierfütterung wird er im Einsatz sein. Überhaupt, der Bautrupp und die Tierpflege würden eng zusammenarbeiten. Für den Bremer ist das Bufdi-Jahr in Hankensbüttel die ideale Ergänzung zu seinem späteren Berufswunsch, der Umwelttechnik.

War Mark Ehlers anfangs skeptisch, da er bis dahin nur mit Zivildienstleistenden gearbeitet hatte, ist er jetzt voll des Lobes für die Bufdis. Deshalb fällt seine Bilanz nach einem halben Jahr auch positiv aus. „Die jungen Menschen machen eine hervorragende Arbeit und sind sehr engagiert“, sagt er. Es mache sich bemerkbar, dass sie sich ohne Zwang und aus freien Stücken für die Arbeit im Otter-Zentrum beworben hätten. Auch im Gästebuch hätten die Bufdis viel Lob von den Besuchern erhalten.

„Die jungen Leute bereichern das innerbetriebliche Klima“, freut sich Ehlers. Das Otter-Zentrum mit seinen mehr als 60 Mitarbeitern biete ein unterschiedliches Berufsspektrum, von dem beide Seiten profitieren würden. Die Bufdis könnten nach einer kurzen Einarbeitung vielseitig eingesetzt werden, zum Beispiel in der Tierpflege, der Bauabteilung und der Pädagogik.

Gearbeitet wird täglich von 8 bis 17 Uhr, in der Saison bis 18 Uhr. „Es ist eine 40-Stunden-Woche“, sagt Ehlers. In der Saison werden die 15 jungen Leute über das Restaurant versorgt, in der Saisonpause müssen sie sich selbst versorgen. Dafür gibt es zusätzlich 85 Euro Verpflegungsgeld zum Taschengeld in Höhe von 325 Euro. Die Unterkunft und die Dienstkleidung werden vom Otter-Zentrum gestellt. Während des Bundesfreiwilligendienstes wird übrigens das Kindergeld weitergezahlt.

Von Walter Manicke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare