Wilhelm Hasselmann mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet / 44 Jahre in der Kommunalpolitik

„Ein Steinhorster Schwergewicht“

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Wilhelm Hasselmann aus Steinhorst bekam von Landrat Dr. Andreas Ebel das Bundesverdienstkreuz ans Revers geheftet. „Ich habe es gern gemacht“, sagte Hasselmann über sein 44-jähriges kommunalpolitisches Engagement und seine weiteren Ehrenämter.Fotos: Gerlach

Steinhorst. Die Reihe der Gratulanten im voll besetzten Saal des Steinhorster Schützenhauses wollte gar nicht abreißen: Altbürgermeister Wilhelm Hasselmann wurde am Samstag mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Außerdem war er zwei Tage zuvor 70 Jahre alt geworden.

Zeit, Danke zu sagen: Viele Gratulanten sprachen Hasselmann am Samstag ihren Respekt und ihre Anerkennung aus.

Landrat Dr. Andreas Ebel ehrte einen „besonders verdienten Bürger“, auch im Namen des Kreistages und der Kreisverwaltung. Kommunalpolitisch und ehrenamtlich habe sich Hasselmann 44 Jahre lang „unermüdlich für das Gemeinwesen“ engagiert. „Dein herausragender Einsatz verdient unseren Respekt und große Anerkennung.“ Ebel dankte auch Hasselmanns Ehefrau Elvira, die ihren Mann unterstützt und motiviert habe.

Hasselmann sagte: „Ich habe es gern gemacht.“ Seine Ehefrau Elvira habe ihm den Rücken freigehalten. Auch die Kinder seien oft eingesprungen und hätten so für Entlastung gesorgt. Hasselmann bedankte sich bei Andreas Kuers, der die Verleihung bei der Staatskanzlei beantragt hatte. Hasselmann ist der dritte Steinhorster, der die Auszeichnung bekommen hat.

„Wilhelm Hasselmann ist ein Steinhorster Schwergewicht“, sagte Kuers. Jeder könne sich glücklich schätzen, wenn er ihn in seinen Reihen wisse. „Du bist auf allen Ebenen im Gange“, lobt er Hasselmanns Engagement in vielen verschiedenen Bereichen. „Das zeichnet dich aus.“ Eine von Hasselmanns großen Stärken sei auch, dass er so gut wie nie laut werde.

Gerhard Müller von der IKEGO bedankte sich ebenfalls bei Hasselmann für die langjährige Unterstützung: „Das war eine schöne Zeit.“ Steinhorsts Bürgermeister und damit Hasselmanns Nachfolger Klaus-Hinrich Singer betonte: „Die Gemeinde Steinhorst lag dir am meisten am Herzen.“ Er brauche in seinem Amt ständig die Unterstützung Hasselmanns, die er auch stets bekomme. „Danke, das muss so weitergehen.“ Schließlich kenne Hasselmann jede Ecke in der Kommune.

Von 1972 bis 2016 war Hasselmann für die CDU Mitglied im Gemeinderat. Von 1991 bis 1996 war er zweiter stellvertretender Bürgermeister. Von 1996 bis 2016 übte er das Amt des Bürgermeisters aus. Zeitgleich übernahm er ehrenamtlich die Funktion des Gemeindedirektors. Dank seines persönlichen Einsatzes im Rat ist es unter anderem gelungen, einen Arzt zur Fortführung der Praxis in Steinhorst zu gewinnen. Außerdem ist es Hasselmann zu verdanken, dass die Gemeinde frühzeitig mit leistungsstarken Internet ausgestattet wurde. Des Weiteren hat sich Hasselmann für die Gründung eines Bürgerbusvereins eingesetzt. Der Bürgerbus nahm Mitte 2016 die Fahrt auf.

Neben seinem kommunalpolitischen Engagement nahm Hasselmann knapp 20 Jahre lang das Amt des zweiten Vorsitzenden des Vereins der Freunde und Förderer des Erich-Weniger-Hauses Steinhorst wahr. Durch seine Vorstandsarbeit wirkte Hasselmann darauf hin, dass der Lesesommer im Schulmuseum – als feste Größe des kulturellen Lebens im Landkreis Gifhorn mit jährlich mehreren hundert Besuchern – jedem Menschen, unabhängig von seinem Einkommen, Kultur ermöglicht.

Darüber hinaus gehört Hasselmann seit 31 Jahren dem Landwirtschaftlichen Verein Steinhorst und Umgebung an, dessen Vorsitzender er seit 2007 ist. Hasselmann hat nach seinem Abschied als Bürgermeister nun Zeit für seine Hobbys: das Reisen und das Jagen. Als Reisebudget, insbesondere fürs Eisessen bei Zwischenstopps, bekam Hasselmann von seinem Jugendfreund Hans-Felix Trunkwalter zwei Sparstrümpfe überreicht.

Von Paul Gerlach

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