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Ehemalige Dedelstorfer Kaserne: Grünes Licht für Investor-Pläne

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Von: Paul Gerlach

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Die ehemalige Dedelstorfer Kaserne wird derzeit kräftig umgestaltet. Der größte Teil wird als Wildgatter dienen.
Die ehemalige Dedelstorfer Kaserne wird derzeit kräftig umgestaltet. Der größte Teil wird als Wildgatter dienen. © Archivfoto: Gerlach

Dedelstorf. Ein privater Investor aus Braunschweig möchte das Gelände der ehemaligen Dedelstorfer Kaserne und den einstigen Standortübungsplatz umnutzen (das IK berichtete).

Im Februar hatte er daher bei der Samtgemeinde die Änderung des Flächennutzungsplanes für diesen Bereich beantragt. Die Gemeinde Dedelstorf hat dem Antrag im März bereits zugestimmt.

Laut Antrag soll das Gelände in großen Teilen als Wildgatter dienen. Ein großer Teil der baulichen Anlagen soll abgerissen und der Bereich aufgeforstet werden. Im südlichen Teil der Anlage ist vorgesehen, einen neuen Segelflugplatz für die Luftsportvereinigung Altkreis Isenhagen (LVI) einzurichten – der Pachtvertrag für das alte Gelände der Segelflieger auf dem Repker Flugplatz war Ende letzten Jahres ausgelaufen.

Die bereits bewohnten drei Wohnhäuser außerhalb des Kasernenzauns bleiben bestehen. Das ehemalige neuere Stabsgebäude wird als Treffpunkt für die Traditionsgemeinschaft Standort Dedelstorf und gegebenenfalls für die Segelflieger umgenutzt. Im ehemaligen Kasino wird die Verwaltung eines Holzbetriebes untergebracht.

Auf dem Gelände sollen zwei Gebäude als Garagen für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge und Geräte wie auch als Lager genutzt werden. Das ehemalige Munitionsdepot wird künftig der Lagerung von Holz dienen. Der ehemalige Exerzierplatz ist mit Stahlbeton befestigt, eine Entsiegelung wäre sehr aufwändig. Dieser Bereich könnte für regenerative Energien (Photovoltaik-Anlagen) genutzt werden.

Der Bauausschuss der Samtgemeinde Hankensbüttel empfahl jetzt einstimmig an den Rat, den F-Plan für das Gelände fortzuschreiben.

Happy End für Segelflieger in Sicht

Zustimmung für die Pläne des privaten Investors aus Braunschweig für die ehemalige Dedelstorfer Kaserne und den einstigen Standortübungsplatz: Der Bauausschuss der Samtgemeinde Hankensbüttel empfahl jetzt einstimmig an den Rat, den Flächennutzungsplan fortzuschreiben. Mit der Ausarbeitung soll das Planungsbüro Pesel beauftragt werden. Sämtliche Kosten des Bauleitplanverfahrens und etwaiger Fachbeiträge oder Umweltberichte soll der Vorhabenträger erstatten.

Bis zu drei Zisternen sollen laut dem Antrag auf dem Gelände der Löschwasserversorgung dienen. Die Wasserversorgung erfolgt über eine Belieferung durch den Wasserverband. Die asphaltierte Fläche im Ostbereich der Kaserne soll entsiegelt werden und stattdessen ein Feuerlöschteich entstehen. Für die Nutzungsalternative des Segelflugbetriebes wäre die Errichtung eines Hangars durch die Luftsportvereinigung Altkreis Isenhagen (LVI) nötig. Angedacht ist laut des Antrags die Aufforstung als Ausgleichsmaßnahmen anerkennen zu lassen, die für Eingriffe in Natur und Land4schaft herangezogen werden können. Die Kosten für diese Aufstellung will der Investor übernehmen.

Der Dedelstorfer Bürgermeister Bernd Rodewald berichtete bei der Sitzung, dass es sehr lange Verhandlungen mit dem Eigentümer gegeben habe. „Für uns als Gemeinde ist es wichtig, dass wir die Traditionsgemeinschaft Standort Dedelstorf in einem Gebäude halten können“, so Rodewald. Für die Segelflieger ergebe sich jetzt auf dem Gelände ebenfalls eine neue Möglichkeit.

Rodewald hofft, dass die untere Naturschutzbehörde jetzt den Weg frei macht. Das Verbreitungsgebiet der Zauneidechse sei bei der Planung ausgeschlossen worden und nicht mehr von den Starts und Landungen tangiert. „Ich werde daher auch hier auf Samtgemeinde-Ebene dem Vorhaben zustimmen“, sagte Rodewald. Die Segelflieger hätten bereits auf ihre Kosten eine Kartierung der Avifauna anfertigen lassen. Sie hätten damit ihre Aufgaben abgearbeitet. „Die Fläche kommt dann vom Investor“, so Rodewald über den jetzigen Verhandlungsstand. Auf Nachfrage von Peter Dietz (Grüne) sagte Rodewald, dass die Segelflieger den Hangar bauen werden.

Von Paul Gerlach

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