1. az-online.de
  2. Isenhagener Land
  3. Hankensbüttel

Ebola-Ausbruch in Uganda bereitet auch bei Butiru-Projekt Sorgen

Erstellt:

Von: Paul Gerlach

Kommentare

Elisabeth Mwaka, Leiterin des Butiru-Projektes, im Gespräch in der Apotheke des Hospitals in Butiru.
Elisabeth Mwaka, Leiterin des Butiru-Projektes, in der Apotheke des Hospitals in Butiru: Ende September hatte Uganda offiziell einen weiteren Ebola-Ausbrauch gemeldet. Butiru liegt im Osten des Landes, betroffen von dem Ausbruch ist vor allem die dicht besiedelte Hauptstadt Kampala im Süden. © privat

Hankensbüttel/Butiru – Ende September musste Uganda offiziell einen weiteren Ebola-Ausbruch melden. Elisabeth Mwaka, seit vielen Jahren Leiterin des Butiru-Projektes und gebürtige Wierstorferin, berichtet über die Ängste der Menschen vor Ort vor dem Virus und über die Sorge vor weiteren Lockdowns. Aufgrund von Verschwörungstheorien, die im Umlauf sind, braucht es indes auch viel Aufklärungsarbeit.

„Besondere Besorgnis“

Es gab vorher auch schon einige Ausbrüche, aber dieser rufe besondere Besorgnis hervor, betont Mwaka, weil dieser sich mittlerweile im dicht besiedelten Kampala ausbreite und auch Schulen schon betroffen seien. „Da wächst die Angst, dieses hoch infektiöse und oft tödliche Virus irgendwann nicht mehr bewältigen zu können.“ Vorgestern habe das Bildungsministerium deshalb auch bereits die frühzeitige Schließung des derzeitigen Schul-Trimesters verkündet. Einen generellen Lockdown gebe es im Moment nur in zweien der westlichen Distrikte, überall sonst könne man sich frei bewegen.

Im Osten des Landes gab es laut Mwaka zwei Patienten, die mit Blutungen und malariaartigen Symptomen verstorben sind. Sie seien aber schnell beerdigt worden und es seien keine Bluttests gemacht worden. Nach der langen Corona-Zeit sei die generelle Angst vor einem erneutem Lockdown gerade schlimmer als die Angst vor Ebola. „Wir nehmen aber an, dass die Zahl der Infizierten wesentlich höher ist als offiziell von der Regierung angegeben.“

Das erste Mal bekannt wurde Ebola laut Mwaka in den 70ern in einem abgelegenen Gebiet in der Demokratischen Republik Kongo (damals noch Zaire) und wurde nach einem dortigen Fluss benannt. Seitdem kommt es immer wieder zu Ausbrüchen, die meist in abgelegenen Gegenden beginnen. „Bis heute ist man sich nicht wirklich sicher, wer der Wirt ist“, sagt Mwaka. Es müsse aber mit dem Kontakt und Verzehr von wilden Tieren zusammenhängen. Der Erreger sei zum Beispiel in Fledermäusen und Ratten, die beide im Kongo gegessen werden, gefunden. Und Kongo grenze an das westliche Uganda. Gegen den in Uganda grassierenden Ebola-Strang gibt es indes bislang keinen zugelassenen Impfstoff.

„Verschwörungstheorien gibt es, so wie auch vorher bei Corona“, sagt Mwaka. Laut Medienberichten halten viele die Krankheit für eine Erfindung der Regierung, um an die Organe der Betroffenen oder deren Land zu kommen. Da hilft nur „immerwährende Aufklärung“, so Mwaka – direkt an den Hospitälern, aber auch bei Dorfbesuchen. Die Kleinkreditgruppen beim Butiru-Projekt in mittlerweile 109 Dörfern seien da „eine wunderbare Basis“. Nebst Aufklärung zu Verhütung und Impfprogrammen für Kleinkinder seien auch Hygiene und sonstiger Schutzmaßnahmen vor Infektionen immer wieder Themen, die öffentlich diskutiert werden.

Mwaka hält fest: „Ein Problem, besonders bei der Ebola-Verbreitung, sind auch große Beerdigungsfeierlichkeiten mit Riten wie Waschung des Toten und Küssen zur Abschiednahme.“ Das hochansteckende Virus verbreitet sich unter anderem durch den Kontakt mit den Körperflüssigkeiten der Verstorbenen.

Auch interessant

Kommentare