Zu teuer für Samtgemeinde: Anlage am Hankensbütteler Rathaus geht zum Jahresende außer Betrieb

E-Ladesäule in Hankensbüttel: Jährliche Kosten bei mindestens 2500 Euro

E-Ladesäule (Symbolfoto)
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Die E-Ladesäule am Hankensbütteler Rathaus wird bekanntlich aufgrund eines Beschlusses des Samtgemeinderates am Jahresende vom Netz genommen. (Symbolfoto)
  • Paul Gerlach
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Hankensbüttel – Die E-Ladesäule am Hankensbütteler Rathaus wird bekanntlich aufgrund eines Beschlusses des Samtgemeinderates am Jahresende vom Netz genommen. Sie ist damit nicht länger zum Laden von E-Fahrzeugen zu nutzen.

Ilka Bauke von der Verwaltung hat die Kostenseite für die Samtgemeinde gegenüber dem IK präzisiert: Denn es gehe nicht nur, wie berichtet, um die Wartungskosten von etwa 300 Euro jährlich. Eine Summe, bei der man sich politisch vermutlich hätte darauf einigen können, sie zu tragen. Vielmehr ist es laut Bauke neben den Wartungskosten vor allem die unentgeltliche Abgabe des Stroms, die zu stetig steigenden Kosten von mittlerweile rund 2- bis 3000 Euro jährlich für die Samtgemeinde führt. Letztere trägt die Stromkosten in vollem Umfang. „Das ist der Hauptgrund für die Außerbetriebnahme“, sagt Bauke.

Zum Hintergrund: Die Säule wird zunehmend jeden Tag mit mindestens zwei Fahrzeugen über eine Ladedauer von acht bis zehn Stunden genutzt. Mehrere Messungen über Monate hinweg haben den erhöhten Stromverbrauch im Rathaus bestätigt. Hinzu kommen Kosten der Wartung, Reparatur und ein E-Check, sodass mindestens mit jährlich 2500 Euro Kosten zu rechnen ist.

Eine Umstellung auf Bezahl-Ladesäule, was eine Abrechnungsmöglichkeit für die Samtgemeinde darstellen würde, kostet einmalig rund 25 000 Euro – abgesehen von Wartungs- und Reparaturkosten sowie Kosten des Abrechnungsservice und Steuern. Gespräche mit dem damaligen Betreiber LSW hinsichtlich einer Übernahme und Umrüstung seien negativ verlaufen, heißt es aus dem Rathaus. Wenn schon – wirtschaftlich betrachtet – die LSW diese Leistung nicht anbieten kann, könne es die Samtgemeinde erst recht nicht. Die Ladesäule solle daher aus Kostengründen vom Netz genommen werden.

Bauke verweist auf die schwierige Haushaltslage der Samtgemeinde. Hinzu komme, dass viele Hankensbütteler an der Säule tanken. Die kostenfreie Abgabe des Stroms sei unfair gegenüber Fahrern von Nicht-E-Autos.

Auch wenn man eigentlich ein falsches Signal sende, was die Förderung von Elektromobilität angeht, habe der Samtgemeinderat schweren Herzens aus Kostengründen diese Entscheidung getroffen, so Bauke. Auch wenn es wünschenswert sei, solche Infrastruktur zu unterhalten, wären unter diesen Umständen die Kosten unverhältnismäßig.

Im Rathaus hofft man nun, dass sich noch eine Möglichkeit findet, vielleicht von privater Seite aus, um die Ladesäule – für die Samtgemeinde kostenfrei – weiterzubetreiben.

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