Café mit Biergarten und Tagespflege für Senioren in ehemaliger Gaststätte Olfermann angedacht

Dorfgemeinschaftshaus für Oerrel

Die ehemalige Gaststätte Olfermann in Oerrel soll zum schmucken Dorfgemeinschaftshaus werden. Fotos: privat

Oerrel. Aufbruchstimmung in Oerrel: Die ehemalige Gaststätte Olfermann soll zum schmucken Dorfgemeinschaftshaus werden. Mit dem Ruhestand der Wirtsleute Hubert und Inge Olfermann ging ein Stück Kultur im Ort verloren.

Eine 13-köpfige Gruppe aus Vereins- und Ratsmitgliedern sowie Bürgern hat Großes vor: Sie möchten ein Café mit Biergarten sowie eine Tagespflege für Senioren dort einrichten. Letztere soll laut Planung an zwei bis drei Tagen in der Woche öffnen. Auch weitere Bereiche im Wohnhaus sollen vermietet werden. Für das Café müsse dann noch ein Betreiber gesucht werden.

„Seit 2010 kann man den Saal des geschlossenen Gasthauses noch für Feiern mieten“, sagt Joachim Drangmeister von der Projektgruppe. Doch das ist der Truppe nicht genug – auch wenn der Saal weiterhin an Vereine und Bürger vermietet werden soll. „Wir haben zwei Konzepte erarbeitet und uns bereits die jeweiligen Kosten eingeholt“, so Drangmeister. Eines sieht eine Sanierung des bestehenden Gebäudes vor, die zweite Variante wäre ein Neubau.

Laut Drangmeister ist noch keine der beiden Varianten favorisiert. „Es muss dringend was gemacht werden.“ Bei Variante eins müsste die Gaststätte umgebaut und der Saal renoviert werden. Außerdem sei das Dach teilweise undicht. „Die Küche ist momentan nur ein Abstellraum“, so Drangmeister. Fakt ist: Die Beteiligten möchten bei dem Projekt viel in Eigenleistung machen. Die Projektgruppe erhofft sich zudem Zuschüsse seitens der Gemeindeverwaltung.

Die Beteiligten setzen voll auf die Zusammenarbeit und die Unterstützung der Oerreler. Bei einer Bürger-Informationsveranstaltung stellte die Projektgruppe die beiden Konzepte vor. Denn bei dem Projekt sollen sowohl Expertenmeinungen von außen als auch die Ideen aus der Bürgerschaft miteinbezogen werden. „Es ist von und mit den Oerreler Bürgern geplant“, so Drangmeister. Auf der Infoveranstaltung seien Fragebögen an die Bürger verteilt worden und davon seien zwei Drittel bereits wieder zurück gekommen. „Mit zum Teil sehr interessanten Anregungen“, so Drangmeister. „Wir warten noch auf das restliche Drittel.“

Zu der Infoveranstaltung kam ein Experte aus Otersen bei Verden, der dort einen Dorfladen realisiert hat. „Er hat von seinen Erfahrungen berichtet. Die Mitglieder der Projektgruppe waren auch schon dort vor Ort und haben sich die Sache angeschaut.“ Der Experte empfehle, dass in den Dörfern etwas getan werden müsse, um das Leben dort attraktiv zu gestalten. Dementsprechend lautet auch das Motto der Projektgruppe: „Wenn wir etwas tun, können wir verlieren. Wenn wir nichts tun, haben wir schon verloren.“

Die Projektgruppe möchte mit interessierten Bürgern am Sonnabend, 9. März, eine Tagesfahrt nach Koberg und Gülzow in Schleswig-Holstein unternehmen. Dort gibt es einen Dorftreff in ähnlicher Konstellation sowie ein Dorfgemeinschaftshaus mit Dorfladen. Wer mitfahren möchte, meldet sich bei Joachim Drangmeister unter (0 58 32) 63 44 oder bei Ulrike Bührke unter (0 58 32) 93 80.

„Wenn die Oerreler sagen, wir wollen das, unterstützen wir das Vorhaben“, sagt Bürgermeister Bernd Rodewald. Durch den demografischen Wandel werde die Bevölkerung immer älter. Die Jüngeren zögen weg. Diese Probleme würden sich in Zukunft noch verstärken. „Ich würde es daher sehr begrüßen, wenn die Oerreler dort wieder einen Anlaufpunkt haben.“

Von Paul Gerlach

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