Hankensbütteler St. Pankratiuskirche: Kirchenvorstand erläutert Gesamtkonzept nach Kritik an Umhängung

Diskussion um Kreuzposition

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Der Umgestaltung des Chorraumes der Hankensbütteler St. Pankratiuskirche – samt der Umhängung des Triumphkreuzes auf der rechten Seite an der Südwand – liegt ein Gesamtkonzept zugrunde.

Hankensbüttel. Das Umhängen des Triumphkreuzes in der Hankensbütteler St. Pankratiuskirche Anfang März (das IK berichtete) kritisierte jetzt Dr. Lore Rodewald bei der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Hankensbüttel-Isenhagen.

Es war aus seiner mittigen Position unter dem Triumphbogen abgehängt und an seinem neuen „alten“ Ort an der Südwand des Chorraumes befestigt worden.

Das Triumphkreuz an neuer „alter Stelle“: Unter dem Fresko mit dem Leiden in der Hölle wirkt Christus als Triumphator und Erlöser.

Rodewald wies auf die besondere Bedeutung des „großartigen Schatzes“ aus dem Jahr 1230 hin. Das Triumphkreuz gehöre in den Triumphbogen und müsse dorthin wieder zurück. Sie empfahl daher die Auslegung von Unterschriftenlisten, in die sich die Bürger eintragen können, um den Vorschlag zur Rückführung des Triumphkreuzes zu unterstützen. Diese Listen sollten dann zu einem bestimmten Zeitpunkt der zuständigen Abteilung beim Landeskirchenamt in Hannover vorgelegt werden. Sie bekam dafür auch Unterstützung von Joachim Lücke, Pastor in Ruhe, der das Vorgehen des Kirchenvorstandes und der amtierenden Pastoren ebenfalls nicht teilen kann. Lücke verwies darauf, dass diese Angelegenheit auch ein Anliegen des Heimatvereins sein müsse. Dessen Vorstand will sich nun der Sache annehmen.

Das Kreuz ist in keinster Weise verschwunden.

Andreas Weiss

Andreas Weiss, Manfred Hampe und Pastor Dr. Heinrich Springhorn erläuterten gestern gegenüber dem IK das Gesamtkonzept für den mit LED-Lampen neu beleuchteten Altarraum und nahmen Stellung zur geäußerten Kritik. Den Anstoß, über die Neugestaltung des Chorraumes nachzudenken, hatten im vergangenen Jahr Überlegungen zur Beschaffung eines neuen Lesepultes gegeben. Laut Springhorn ging es bei dem Gesamtpaket aus rund 20 Einzelposten vor allem darum, den Chorraum durch das Beleuchtungskonzept erkenn- und erfahrbarer zu machen und seine Botschaftsfunktion hervorzuheben. Der Blick auf den Altar ist nun frei – samt dessen Bildebenen mit Abendmahl und Kreuzung bis hin zur Auferstehung. Bislang seien Altar und die Fresken an der Decke nicht gut sichtbar gewesen, so Springhorn. Das Triumphkreuz, das bis in die 1960er schon zuvor an der Südwand hing, habe in der Mitte des Raumes als optische Barriere gewirkt. An der neuen Position sorge ein separater Strahler für das Aufhellen des Kreuzes, das vorher eher im Schatten gehangen habe.

Für Weiss geht damit ein „neues Raumgefühl“ einher: „Das Kreuz ist in keinster Weise verschwunden.“ Allein am Altar gibt es vier Christus-Abbildungen. Bei der Neugestaltung war das Amt für Bau- und Kunstpflege Celle (Außenstelle in Lüneburg) in Person von Beatrice Großmann eingebunden (Weiss: „Sie war sehr angetan und hatte Spaß daran. Es liegt ihr am Herzen.“). Die Landeskirche war zudem über ihr Kunstreferat miteinbezogen. „Ohne deren Zustimmung wäre hier gar nichts passiert“, betont Hampe, dass es sich mitnichten um einen Alleingang des Kirchenvorstands gehandelt habe. Der Kirchenvorstand mit den gewählten Vertretern hatte sich einmütig für die Umgestaltung ausgesprochen. Immer wieder seien die Pläne auch revidiert und angepasst worden, so Springhorn. Laut Weiss dauert dieser ganze Prozess schon fast ein dreiviertel Jahr, von einer „Nacht- und Nebelaktion“ des Kirchenvorstandes könne also nicht die Rede sein.

Weiss, Springhorn und Hampe zeigen sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Springhorn freut sich, dass der Taufstein mit seinem hellen Sandstein nun auch mehr zur Geltung komme – und die Verbindung von der Taufe zum Abendmahl noch mehr zu Tage trete. Seit Ostern finden die Gottesdienste wieder in der Kirche statt: Weiss lädt die Gemeindeglieder dazu ein, sich das Ganze vor Ort anzuschauen und den umgestalteten Chorraum auf sich wirken zu lassen.

Bei der Umgestaltung, über deren Fortschritte im Gemeindebrief immer wieder berichtet wurde, waren als Erstes bereits die Stühle aus dem Chorraum entfernt worden. Der Nebenraum auf der Nordseite – mit der Fensternische in direkter Sichtachse auf das Kreuz mit dem leidenden Christus – soll ab der nächsten oder übernächsten Woche noch einen neuen Anstrich bekommen. Hinzu kommt eine Bestuhlung. Der Raum soll – nach der Fertigstellung bis zum Sommer – für kleinere Andachten, etwa Passionsandachten, und Feiern zur Verfügung stehen.

Das neue Lesepult – ob wuchtig oder zierlich, modern oder alt steht noch nicht fest – wird als letzte der Maßnahmen noch folgen.

Von Paul Gerlach und Hans-Jürgen Ollech

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