Vom Ohr direkt ins Herz

Vor dem Singen mit den Cantate-Chören gab es eine Verlosung.

Hankensbüttel - Von Hans-Jürgen Kayser. Viele Gemeindefest-Besucher waren nicht allein deswegen gekommen, sich gute Töne vormachen zu lassen, sondern sie wollten selbst mitsingen im großen Chor der fröhlichen Sänger. Gott zum Lob. Und genau dies war auch erwünscht. „Es muss ja etwas geben, was vom Ohr direkt ins Herz geht“, predigte Pastorin Monika Krösche während des Familiengottesdienstes am Sonntag in St. Pankratius in Hankensbüttel.

Als beim Fest rund um die Kirche am späten Nachmittag zum großen Finale geblasen wurde, sangen die Cantate-Chöre mit einer Schar von begeisterten Gästen gemeinsam im Gotteshaus. Es war ein großes Ensemble, das inzwischen von Claudia Kasprzyck – alias „Elsa Musica“ – geleitet wurde. Noten, Violinen- und Bass-Schlüssel zierten den auffälligen Zylinder der Dirigentin. Da hatte ihr Sohn Ruben einfach mithalten müssen. Stolz präsentierte der Fünfjährige aus der Musikerfamilie Kasprzyck sein T-Shirt: Noten bedruckt…

„Hast du Töne?“ – So lautete denn auch das Motto des Gemeindefestes, zu dem die evangelische Kirchengemeinde eingeladen hatte und dieses mit einem Familiengottesdienst für Jung und Alt eröffnete.

Still war es plötzlich im Kirchensaal, nachdem das Glockengeläut verklungen war. Dort, wo viele Konzerte in den vergangenen Jahren in raumfüllender Harmonie Freude gespendet und die Fantasie der Zuhörer anregt hatten, war es plötzlich still. „Hallo. Posaunen! He, ihr Trompeten! Es ist so ruhig hier. Habt ihr nicht ein paar Töne für uns?“, fragte Elsa Musica. Nach der spontan intonierten Intrade der Posaunen, die den beeindruckenden Gottesdienst mitgestalteten, freute sie sich. „Nun geht es mir gleich viel besser.“ Frau Musica spielte die A-Flöte von unten nach oben hoch und wieder fröhlich runter. - „Singt doch mal mit!“, machte sie Mut. „Das Leben ist laut oder leise, harmonisch oder dissonant, hell oder dunkel.“ Darüber nachzudenken, das war das Anliegen vom Pastorin Monika Krösche und den Mitwirkenden, die den Familiengottesdienst im Dialog und im Wechselspiel der Instrumente mitgestalteten.

„Wir singen vor Freude“ wurde gemeinsam gesungen. Es waren aber auch „Misstöne Töne zu hören, an die Pastorin Krösche erinnerte. „Für alle, die nur die Töne von Krieg hören, das Schreien der Verletzten. Lass alle Menschen erkennen, dass sie zusammengehören und sich vertragen, anstatt sich zu bekämpfen“, bat die Pastorin Gott im Fürbittegebet.

Fröhlich zu tanzen das machte vielen Spaß: Mit vier Schritten in den Kreis. „Rechts steht die Dame, links der junge Kavalier“, scherzte Kristin Hanf, Leiterin der DRK-Seniorengruppe. Sie animierte Jung und Alt, sich dem Reigen der Tänze anzuschließen. Nachdem die Senioren-Tanzgruppe israelische, griechische, tschechische und auch Tänze aus der Schweiz präsentiert hatte.

Alles in allem ein schönes Fest mit vielen Gästen. Mit einer Spielstraße und mit Ständen der Diakonie, der AL-ANON-Gruppe sowie Kindertagespflege. Ingrid Wrede erzählte plattdeutschen Geschichten und Monika Kruse Märchen.

Premiere feierte erstmals die Freiwillige Feuerwehr beim Gemeindefest. Gerätewart Andreas Burghard führte moderne Technik vor.

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