RICHTHOFENKASERNE

Dedelstorf: Eckhard Petrat über seine Zeit in der Panzerjägerkompanie 330

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Eckhard Petrat aus Wesendorf im Museumsraum für die ehemalige Panzerjägerkompanie 330 in Dedelstorf: Mit acht seiner alten Kameraden hält er noch Kontakt.

Dedelstorf – „Schön war es hier“, sagt Eckhard Petrat, damals Stabsfeldwebel. In den Räumen des Museums der Traditionsgemeinschaft Standort Dedelstorf spricht der ehemalige Berufssoldat mit dem IK über seine Zeit in der Panzerjägerkompanie 330.

„Die Kaserne war wie ein Sanatorium. Dedelstorf war für uns die militärische Heimat. “.

Der 63-Jährige, bei Hannover aufgewachsen, schildert die Historie mit dem Umzug der Panzerjägerkompanie (Rak) 30 aus der Freiherr-von-Fritsch-Kaserne in Scheuen bei Celle zum 1. Juli 1981 nach Dedelstorf. In diesem Zuge erfolgte die Umbenennung in Panzerjägerkompanie 330.

Anfangs standen in Dedelstorf nur wenige Panzer zur Verfügung, so Petrat, doch dann erhielt die Einheit noch in 1981 den Jagdpanzer Jaguar 1 mit dem neuen Waffensystem HOT. Petrat spricht bis heute von einem „besonderen Moment“. Als Raketengerätemechaniker durfte er als Erster das neue Waffensystem austesten. Damit war auch die Ausrüstung der 126 Mann starken Kompanie auf dem neuesten Stand.

Ein Jagdpanzer beim Abfeuern der Rakete: Bei Angriffen wurden sie zur Flankensicherung eingesetzt.

Zuvor war laut Petrat die Panzerabwehr-Lenkrakete SS 11, eine französische Boden-Boden-Rakete, eingesetzt worden. Mit dem HOT-Vorgänger sei „oft geschossen“ worden, gegen Ende der Verwendungszeit hin sei dies aber nur noch auf Sardinien möglich gewesen. Ein Abschuss einer SS 11 habe damals so viel wie ein VW Käfer gekostet. Beim HOT-System lagen die Kosten anfangs bei 25000 D-Mark, zum Schluss dann nur noch bei etwa 13 000 D-Mark. Das Nachfolgemodell HOT 2 sei dann schneller geflogen und habe eine höhere Durchschlags- und Sprengkraft besessen. Vom Leopard-Panzer seien bessere Kanonen übernommen worden. „Zum Schluss war HOT voll nachtkampffähig“, so Petrat. Die Panzerjäger seien zugweise den Panzerkompanien als Flankensicherung zur Verfügung gestellt worden.

In Dedelstorf fanden die Soldaten eine für sie umgebaute und total renovierte Unterkunft vor. Dennoch rissen die Verbindungen zu ehemaligen Kameraden und Freunden in und um Celle nicht ab.

Auch die enge Patenschaft mit der Gemeinde Garßen, die seit 1970 bestand, wurde beibehalten und bis September 1992 fortgeführt. Laut Petrat gehörten festliche Bälle, Biwaks, Grillpartys oder auch der Besuch von Schützenfesten dazu. „Dort und hier haben wir viel unternommen.“

Die Kompanie in Dedelstorf wurde zum 1. April 1993 aufgelöst. Bis 1987 war Petrat in Dedelstorf, danach war er noch in Wesendorf („Dort war ich der letzte Schirrmeister.“) und Munster stationiert. Der Schirrmeister ist ein nach Handwerkerinnung ausgebildeter und geprüfter Kfz-Meister.

Zuvor war Petrat bereits in München, Aachen, Lüneburg sowie in Beelitz, Lehnin und Burg in den neuen Bundesländern gewesen. Mit seiner Familie lebt Petrat, der bei sechs Auslandseinsätzen dabei war, darunter in Mali und in Kunduz, auch in seinem Ruhestand weiterhin in Wesendorf.

„Neun Mann von damals halten heute noch Kontakt. Wir würden uns freuen, wenn es noch mehr werden“, sagt Petrat. Das beschränke sich auch nicht auf die Offiziersdienstgrade: Auch die Mannschaftsdienstgrade seien bei den Treffen selbstverständlich willkommen.

VON PAUL GERLACH

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