Nachfrage steigt, Kapazitäten werden ausgebaut

Dedelstorf: Anbaufläche für Heideknoblauch mehr als verdoppelt

Die jungen Landwirte Carsten Warnecke (l.) aus Dedelstorf und Jonas Rantze aus Langlingen mit einer Kiste ihres Heideknoblauchs.
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Ihr regionales Produkt trifft auf wachsendes Interesse: Der Dedelstorfer Carsten Warnecke (l.) und Jonas Rantze aus Langlingen haben die Anbaufläche für den Heideknoblauch mehr als verdoppelt.
  • Paul Gerlach
    VonPaul Gerlach
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Dedelstorf/Langlingen – Die grünen Stängel aus regionalem Anbau kommen offensichtlich beim Konsumenten gut an: Die jungen Landwirte Carsten Warnecke und Jonas Rantze haben die Anbaufläche für ihren Heideknoblauch in Dedelstorf und Langlingen gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Die Würzpflanze wächst nicht mehr auf zwei, sondern inzwischen auf gut fünf Hektar.

„Es lief ganz gut und es sieht auch für diese Saison nicht schlecht aus. Wir haben uns weiterentwickelt“, sagt Warnecke. Aber natürlich müsse man die deutlich gestiegenen Erntemengen – angepeilt sind in dieser Saison 25, vielleicht sogar 30 Tonnen – nun auch verkauft bekommen. Zum Vergleich: Etwas mehr als ein Dutzend Tonnen waren es in 2020 gewesen.

An sechs Tagen in der Woche wird die Zentrale eines Lebensmitteleinzelhändlers beliefert. Hinzu kommen Großmärkte in Hamburg, Berlin und Hannover sowie Hofläden in der hiesigen Region als Abnehmer. Ein Gastro-Zulieferer hat zuletzt Interesse angemeldet.

Wenig verwunderlich, dass auch der Personalstamm aufgestockt wurde: Elf Erntehelfer und vier Fahrer sind es mittlerweile. „Zusammen mit den fünf, sechs Familienmitgliedern stehen schon mal 20 Personen im Knoblauchfeld“, sagt Rantze. Auch wenn immer noch sehr viel auf Handarbeit gesetzt wird, wurde etwas mechanisiert und in (Pflanz-)Technik investiert. Norddeutschland ist der Zielraum für das regionale Produkt, auch auf Sylt oder in Schleswig-Holstein wurden schon Chargen des Heideknoblauchs verkauft.

1000 Arbeitskraftstunden fallen pro Hektar Heideknoblauch an (eine Vollzeit-Arbeitskraft leistet 2000 pro Jahr). Anfangs hatte die Ausfallquote bei der ersten Sorte bei 60 bis 70 Prozent gelegen, mittlerweile ist man aus dem Versuchsstadium heraus. „Wir lernen immer noch dazu. Wir haben eine Nische besetzt und bauen sie aus“, sagt Warnecke. Die Anbaufläche wird mit Blick auf 2022 noch ausgeweitet werden. In Langlingen ist ohnehin parallel ein neuer Standort aufgebaut worden, inklusive Kühlhaus. Also genauso wie in Dedelstorf – das spart Fahrtzeiten und ist ein Ass im Ärmel, wenn in Corona-Zeiten ein Standort wegen Infektionsfällen ausfallen sollte. Warnecke und Rantze sorgen sich aktuell wegen der Delta-Variante und einem möglichen Anstieg der Fallzahlen Richtung Herbst/Winter.

Auch so merkt man es bei den Absatzzahlen sofort, wenn etwa – wie in Hamburg – Ferienbeginn ist und die Endkunden verreisen. Die eigentlich acht- bis zehnwöchige Erntesaison hatte ohnehin verspätet begonnen, da das feuchte Frühjahr den Knoblauchknollen zugesetzt hatte.

• Wer mehr über den Heideknoblauch und die Arbeitsschritte erfahren möchte, kann sich am Freitag, 9. Juli, 18 Uhr, bei RTL Nord einen Beitrag darüber ansehen.

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