Werkstattgespräch der SPD / Wirtschaftszentrum zwischen Hafen und Hankensbüttel schaffen

Chancen für Region auch nutzen

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Schnecks Zukunftsvision für den Wittinger Hafen: Über Wasser, Schiene und Lkw könnten Waren geliefert werden und in einem neuen Wirtschaftszentrum veredelt und so viele Arbeitsplätze geschaffen werden.

Hankensbüttel. Der ländliche Raum Niedersachsens steht vor besonderen Herausforderungen.

Demografischer Wandel, soziales Gefälle, Fachkräftemangel, Förderprogramme, Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und Mobilität sind nur einige Aspekte, die den ländlich geprägten Landkreis Gifhorn, insbesondere auch das Isenhagener Land, in besonderer Weise beschäftigen.

SPD-Politiker (von links): Detlef Tanke, Klaus Schneck, Olaf Lies und Martin Rausch.

Wie will sich eine sozialdemokratisch geführte Landesregierung diesen Herausforderungen stellen und welche Perspektiven kann sie entwickeln? Darum ging es im Werkstattgespräch, zu dem der SPD-Ortsverein Hankensbüttel am Dienstagabend ins Hotel „Zur Linde“ die SPD-Landtagsabgeordenten Olaf Lies, Klaus Schneck und Detlef Tanke eingeladen hatte. Etwa 25 Interessierte waren gekommen, um den Statements der Landespolitiker zu lauschen und mit ihnen zu diskutieren. Dass es nach der Landtagswahl im Januar nächsten Jahres zu einem Regierungswechsel kommen werde, davon ging SPD-Ortsvereinsvorsitzender Martin Rausch aus. Man sei bereit Verantwortung zu übernehmen, unterstrich er.

In seinem Referat beschäftige sich Olaf Lies, der auch stellvertretender Landesvorsitzen der SPD ist, unter anderem mit der Wirtschaft (globale Märkte zu erschließen sei eine Herausforderung) und der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Energiewende. Die, so Lies, stelle eine riesige Herausforderung dar. Biete dem Handwerk aber auch viele Chancen (Bau von Solaranlagen und Windrädern). Aber auch das Energiesparen sei wichtig, erfordere eine innovative Technik. Einig war sich Lies mit den Anwesenden, dass Strom für Jederman bezahlbar sein müsse.

Als wichtiges Thema bezeichnete Olaf Lies den Bereich Arbeit. Hier müsse der Mensch im Mittelpunkt stehen, nicht die Wirtschaft. Wer gute Arbeit leiste, müsse auch gutes Geld verdienen. Wichtige Standortfaktoren seien eine gute Kinderbetreuung und ein vernünftiges Schulangebot. So könne man junge Familien in ländlichen Regionen halten.

Zu einer anständigen Wirtschaftspolitik gehöre aber auch eine vernünftige Bildungspolitik. Hier müsse man mit der Förderung früh ansetzen und die Schüler auf das Berufsleben vorbereiten.

Eine Herausforderung sei auch die Verbesserung der Infrastruktur. Dass Verfahren für Projekte bis zur Vollendung zum Teil 18 bis 20 Jahre benötigen, bezeichnete Lies als Unding. Die Verfahren müssten verkürzt und transparent für die Bürger sein. Sollte die SPD im nächsten Jahr die Wahl in Niedersachsen gewinnen und regieren, will Lies sich dafür einsetzen, dass mehr Mittel für den Ausbau der Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden. Ein klares Bekenntnis zum Bau der geplanten A 39 kam von den Landtagsabgeordneten. Das Zukunftsprojekt A 39 müsse umgesetzt werden, unterstrich der Referent. Auch der ÖPNV müsse, insbesondere auf dem Lande, verbessert werden.

Für eine Ertüchtigung des Schiffshebewerks in Scharnebeck machte sich Klaus Schneck stark. Die Wasserstraßen Elbe-Seitenkanal und Mittellandkanal böten viele Chancen für die Entwicklung in der Region. Dazu gehört nach Auffassung von Schneck auch der Erhalt der OHE-Strecke von Wittingen nach Celle.

Die Häfen am Elbe-Seitenkanal, darunter auch der in Wittingen, sollten zu Wirtschaftszentren ausgebaut werden. Waren könnten per Lkw und Schiff angeliefert und dann in der Region veredelt werden. So könnte sich ein Wirtschaftszentrum zwischen Hafen und Hankensbüttel entwickeln, entwarf Schneck eine durchaus realistische Zukunftsvision. Man brauche im Nordkreis mehr als nur eine Autobahnabfahrt, machte Schneck deutlich.

Von Walter Manicke

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