Rigorose Ausgangssperre und geschlossene Schulen / Günter Jauch spendet 5000 Euro

Butiru: Schwierige Situation in Corona-Zeiten

In jedem Dorf wird ausführlich erläutert, was der Corona- Virus verursacht und wie man sich schützen kann.
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In jedem Dorf wird ausführlich erläutert, was der Corona- Virus verursacht und wie man sich schützen kann.

Hankensbüttel/Butiru – Dem Hankensbütteler Freundeskreis zur Förderung christlicher Sozialarbeit in Uganda in Butiru wird derzeit bange beim Blick auf die Situation in dem ostafrikanischen Land in Corona-Zeiten.

„Viele der Menschen in Uganda haben AIDS oder eine andere Krankheit. Wenn Corona dort voll ausbricht – die Folgen sind nicht auszudenken“, sagt Antje Krummel vom Vorstand des Freundeskreises auf IK-Anfrage.

Lange Zeit gab es keine Infizierten. Bereits am 7. März wurde eine Einreisesperre für Deutsche erlassen (zunächst hatte man für 14 Tage in Quarantäne gemusst, mittlerweile ist die Einreise völlig verboten). „Eigentlich wollten wir jetzt in den Osterferien mit einer kleinen Reisegruppe hin“, bedauert Krummel.

Seit dem 23. März sind alle Schulen geschlossen. Das Problem dabei: Die Gehälter der Lehrer müssen bezahlt werden, aber es fehlen noch Einnahmen durch das Schulgeld, da die Eltern jetzt natürlich nicht zahlen.

Elisabeth Mwaka, geborene Schulze aus Wierstorf, arbeitet als Leiterin des Butiru-Projektes im Homeoffice. Mittlerweile gibt es die ersten Infizierten in Uganda, viele sind aus Dubai eingereist. Die Dunkelziffer ist hoch, da kaum getestet wird, so Krummel. Es gebe eine Ausgangssperre, die Polizei gehe auch ziemlich heftig vor, notfalls mit Knüppeln und Warnschüssen.

Alle öffentlichen Verkehrsmittel (Bodaboda, Matatus und Überlandbusse) fahren nicht mehr. Die Preise für Lebensmittel steigen täglich, die Mitarbeiter von Mwaka haben den Witwen und Großmüttern noch Mais und Bohnen mitgegeben, damit sie wirklich zu Hause bleiben können.

Schutzkleidung und Desinfektionsmittel sind kaum noch erhältlich, die Preise sind rasant gestiegen, berichtet Krummel. Aus aufschiebbaren Projekten konnte Geld genommen werden und Vorräte für das Hospital gekauft werden. Schutzmasken werden selbst genäht. „Wir haben Elisabeth die Anleitung geschickt“, so Krummel. Diese sollen an kleinere Gesundheitseinrichtungen, an Dorfhebammen und „Barfußdoktoren“ verteilt werden.

Schnell war das Team noch in Mbale als nächstgelegener Stadt und hat Wasserkanister und Seife besorgt. Diese werden in den Dörfern verteilt, damit die Menschen wenigstens eine kleine Möglichkeit für die Handhygiene haben. Dies war auch dank einer 5000-Euro-Spende von Günter Jauch von vergangener Woche als Nothilfe möglich.

Seit vergangenem Freitag fahren Erasmus, Mwakas Ehemann, als Pfarrer, die Hebamme Annet Mukite und Pfarrer Emmanuel Welikhe plus zwei Polizisten mit dem Auto und einer Lautsprecheranlage durch die umliegenden Dörfer. Sie wollen die Menschen über Corona und die Hygienemöglichkeiten aufklären, natürlich in der Stammessprache, damit es alle verstehen.

Im Hospital gibt es jetzt einen Quarantänebereich für alle hustenden Patienten. Davon gibt es jetzt zu Beginn der Regenzeit viele. Getestet werden können diese Leute aber nicht, man will sie nur getrennt behandeln. Die Bauarbeiten an den Schulen in Buwakoro und Bunyinza laufen weiter. „Der Staat hilft natürlich nicht in dieser prekären Lage“, sagt Krummel.

Die Unterstützer in Hankensbüttel wollten jetzt eigentlich mit ihren Handarbeiten mehrere Frühlingsmärkte besuchen. Jetzt kann man die Sachen bei einigen Freundeskreismitgliedern im WhatsApp-Status sehen und dann bestellen. „Mehr können wir leider von hier aus nicht tun“, sagt Krummel. Alle Einnahmen gehen in den Nothilfe-Fonds, in Butiru können in dieser Zeit dringend benötigte Sachen damit gekauft werden.

Weitere Infos zum Butiru-Projekt gibt es unter www.butiru-freundeskreis.net.

VON PAUL GERLACH

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