Bürgermeister über Vorgehen verärgert / Ausbaubeiträge: Rat will sich Satzung anschauen

Buschfeld: Anlieger flickt Schlagloch selbst

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Das Schlagloch in der Straße Am Buschfeld in Langwedel wies laut des Anliegers einen Durchmesser von 95 Zentimetern und eine Tiefe von bis zu 8 Zentimetern auf.

Langwedel – Ein Anlieger der Straße Am Buschfeld in Langwedel konnte die Straßenschäden nicht mehr mitansehen und reparierte ein großes Schlagloch kurzerhand selbst. Bürgermeister Bernd Rodewald zeigt sich verärgert und kritisiert diese Vorgehensweise des Bürgers.

Er bezeichnet die Aktion als „an den Haaren herbeigezogen“. Dabei sei eine Fachfirma schon beauftragt gewesen. „Sie hätte es noch erledigt.“

Kurzerhand nahm der Anlieger die Sache selbst in die Hand – zur Verärgerung des Bürgermeisters.

Der obere Bereich der Straße war von der Gemeinde ausgebessert worden. „Im unteren Bereich wurden die Löcher sich selbst überlassen“, kritisiert der Anlieger. Durch den regen Linienbusverkehr und die landwirtschaftlichen Fahrzeuge seien die Löcher von Woche zu Woche größer geworden. Ein Loch habe einen Durchmesser von 95 Zentimetern und eine Tiefe von bis zu acht Zentimetern aufgewiesen. „Selbst der Unterbau der Straße wurde sichtbar und lockerte sich schon.“

Da die Unfallgefahr für Fahrrad-, Roller- oder Motorradfahrer „extrem“ gewesen sei und auch Autos beschädigen hätten werden können, konnte der Anlieger die Situation nach eigenen Angaben nicht mehr mitansehen.

Er besorgte sich zwei Säcke Kaltteer und einen Straßenbau-Fachmann, der bei der Reparatur unterstützte.

In Sachen Straßenausbaubeiträge – in Langwedel will sich am Montag deswegen eine BI gründen – sagt Rodewald: „Wir werden uns im Rat mit der Satzung beschäftigen.“ Die Senkung des Anteils der Anlieger bei Neubauten von 75 auf 60 Prozent, wie ihn jetzt die Gemeinde Steinhorst beschlossen habe, gelte für Dedelstorf bereits seit 2006.

Rodewald geht davon aus, dass es selbst bei einer Lösung auf Landesebene einen 1:1-Ausgleich der Kosten für den Straßenbau – wie auch schon bei der Kita-Beitragsfreiheit – nicht geben wird. „Ich gehe daher davon aus, dass wir Kommunen weiter den Frust der Bevölkerung an neugebauten Straßen abbekommen.“

Rodewald verweist darauf, dass in Sachen Dorfentwicklung damals auch Dörferbereisungen – unter Beteiligung der Bevölkerung, auch aus Langwedel – stattgefunden hätten. Die Resonanz sei gewesen, einen Förderantrag fürs Buschfeld zu stellen.

Von Anliegerseite ist zu hören, die Beteiligung durch die Bevölkerung sei damals gering gewesen. Zudem sei es um das große Ganze, nicht um die Straße Am Buschfeld konkret gegangen. Für die von Rodewald in Aussicht gestellte Anliegerversammlung sei es höchste Zeit. Keiner von ihnen wolle einen Neubau. Eine Sanierung, bei der eine Teerschicht aufgebracht werde, reiche aus.

VON PAUL GERLACH

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