Umgestürzte Bäume in Bokeler Heide / Pflege des Naturschutzgebietes im Spätherbst oder Winter

Birken bleiben vorerst noch liegen

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Mehrere Birken in der Bokeler Heide sind umgestürzt. Laut Angaben des Landkreises könnten sich auch Bokeler darum kümmern und diese außerhalb der Vegetationszeit beseitigen. Bisher hat sich aber niemand gefunden. Falls dies so bleibt, springt der Kreis ein.

Bokel. Auf umgestürzte Birken in der Bokeler Heide, nur 20 Meter entfernt vom Parkplatz, wies jetzt ein Bürger hin. Die Birken sollen dort laut der Sprakensehler Bürgermeisterin, Christiane Fromhagen, schon länger liegen, wohl seit einem Sommersturm letztes Jahr.

Laut dem Landkreis auf IK-Anfrage sollen in diesem Jahr erneut Entkusselungsmaßnahmen stattfinden – im Spätherbst oder Winter. Ob dabei dann auch die Bäume beseitigt werden, ist indes noch unklar.

Die Gemeinde Sprakensehl steht mit der unteren Naturschutzbehörde des Kreises in Kontakt. Das Gebiet sei Naturschutzgebiet, betont Fromhagen, und gerade bei der Pflege der Fläche müsse „dringend etwas passieren“.

Kreisrat Mirco Schmidt betont, dass in dem Naturschutzgebiet regelmäßig Pflegemaßnahmen der Heideflächen stattfinden. Dabei würden Teilflächen entkusselt oder auch gemäht. Beim Entkusseln werden junge Gehölze – sogenannte Kussel – von Heideflächen, Feuchtwiesen und entwässerten Mooren beseitigt. Dafür werden durch die untere Naturschutzbehörde die notwendigen Finanzmittel beim Land beantragt – „und in der Regel auch bewilligt, da das Land für Pflegemaßnahmen in Naturschutzgebieten zuständig ist“, erläutert Schmidt. Die durch das Land zur Verfügung gestellten Mittel würden von der jeweiligen Pflegemaßnahme abhängen und seien jedenfalls nicht rückläufig, so Schmidt.

Laut Landkreis wäre es aus naturschutzfachlicher Sicht durchaus vertretbar, die umgestürzten Bäume so in der Landschaft zu belassen. „Durch ihre Lage unmittelbar am Parkplatz ist der Wunsch der Gemeinde, sie zu beseitigen, allerdings nachvollziehbar“, sagt Schmidt. Dazu hätte es bereits im vergangenen Jahr Gespräche der unteren Naturschutzbehörde mit aktiven Bokeler Heidefreunden gegeben, die diese Bäume dort beseitigen wollten und aus Sicht der Behörde auch konnten. Der Grund, warum dies noch nicht geschehen ist, sei beim Landkreis bisher nicht bekannt. Bislang hat sich laut Fromhagen schlicht noch niemand gefunden.

Schmidt betont, dass die Beseitigung ohnehin außerhalb der Vegetationszeit und damit im Herbst/Winter stattfinden müsse. Wenn sich vor Ort niemand finde, der die Beseitigung gegen Nutzung des Holzes in Eigenregie vornehme, würden die Arbeiten durch den Landkreis vorgenommen.

Die Bokeler Heide ist gut 19 Hektar groß und der überwiegende Anteil davon sind Flächen, die einer regelmäßigen Pflege bedürfen. Zur Frage, inwiefern und auf welcher Grundlage sich die Bokeler bei der Pflege miteinbringen können, sagte Schmidt: Maßnahmen wie die Beseitigung der umgestürzten Bäume können auch in anderen Gebieten gut durch Privatpersonen in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde vorgenommen werden. „Aber auch das Befreien von Flächen von Gehölzaufwuchs kann in einer gemeinsamen Aktion umgesetzt werden, wie dies im vergangenen Jahr im Heideblütental geschehen ist.“

Von Paul Gerlach

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