„Hankau Helau“ begeistert Publikum

Biotonne, Bällebad und Büttenmarsch

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Ran an den Speck: „Freibier“ feierte Premiere bei „Hankau Helau“ – die Damen der Gruppe klagten dabei über ihre Männer.

Hankensbüttel. Auch wenn Hankensbüttel nicht die urbane Größe von Köln oder Mainz hat, im Feiern steht der Ort im Nordkreis den Rheinländern in nichts nach. Am Freitag und Sonnabend hieß es zum 53.

Mal „Hankau Helau“, und unter der Leitung von Präsidentin Ilka Zander jagte ein „Kracher“ den nächsten – Tanz, Gesang, Sketche und Büttenreden.

Eine gute Mischung wurde dem Publikum in 14 Auftritten und mehr als vier Stunden geboten. Die eloquente Präsidentin führte souverän durch das Programm auf dem Wiethorn und nahm sich in den kurzen Wechselpausen auch mal selber aufs Korn. Wenn sie in grünen Dessous vor ihrem Mann stehe, erinnere ihn ihr Anblick daran, dass er die grüne Biotonne noch hinausstellen müsse, erzählte sie schelmisch.

Die Lacher im ausverkauften Haus hatten auch die Büttenredner auf ihrer Seite. Keine Probleme mit der Kinderbetreuung habe seine Schwester, erklärte Dirk Kahrens. Sie liefere sie jeden Morgen bei Ikea im Bällebad ab. Eine Alternative sei das Wartezimmer eines Kinderarztes: Spielzeug satt und irgendjemand passt eben immer auf. Köstlich!

Das Altersspektrum der Darbietungen reichte quer durch alle Generationen: angefangen bei den Jüngsten, den Tanzmäusen „Red Sparks Rote Funken“, über Beiträge von „Freibier“ und den „Isefunken“ bis hin zum Auftritt des „weltbesten Elferrats“ und der „Chaoten“, die die „Platingirls“ in ihren musikalischen Auftritt über „immer dieselben vier Akkorde“ und den Junggesellen auf Frauensuche im Westerwald einbanden. Dabei hatten sich die „Chaoten“ Ersatz für einen krankheitsbedingten Ausfall besorgt. Die Truppe „Hinterhof“ musste dagegen leider absagen.

Fantasievoll verkleidet sorgten Heikes Musical-Kids für Begeisterung beim „König der Löwen“. Nicht nur sie bekamen anerkennenden Beifall und mussten eine Zugabe geben, bevor es Erfrischungen und den Büttenmarsch gab.

Die große Politik wurde bei den Wortbeiträgen verschont, zu hören war lediglich ein Seitenhieb auf Bundespräsident Wulff. Dafür gab es Interessantes aus Männer-Frauen-Beziehungen und über garstige Leibeswinde. Da menschelte es, manche erkannten sich wohl wieder, das zieht immer.

Der weibliche Teil der Gruppe „Freibier“ beklagte sich über ihre Männer, Elferratsmitglied Andre Zimmermann lästerte in der Bütt über seine Schwiegermutter, Anna-Lena Lütkemüller alias Wilhelmine berichtete über ihren Frauenurlaub mit „Jackeline, Schandale und Georgina“ und Claudia Kasprzyk und Ralf Köllner persiflierten eine Bestellung bei McDonalds.

Manches war neu. So trat „Freibier“ erstmals bei „Hankau Helau“ auf, aber es war auch ein Abend des Abschieds. Der Tanzchor präsentierte sich mit dem Musical „Grease“ wie immer schwungvoll, aber zum letzten Mal. Etwas volkstümlicher kamen die „Hankau Sisters und ihre Buam“ daher, die sich dem deutschen Schlager widmeten.

Sanft, seicht, aber auch bissig schlenderte Belinda, „keine Frau, sondern ein Fräulein“, eigentlich Andreas Kruse, durchs Publikum. Aber „alles im Griff auf dem sinkenden Schiff“ hatte stets der Elferrat, zur Hälfte als blonde Seemannsbräute verkleidet.

Der Musikzug und die Hankau Helau Houseband sorgten für die schmissigen Klänge nicht nur beim „Feuerwerk“ zum Schluss. Da zeigten die „Isefunken“ noch einmal alles und legten einen „Hammerauftritt“ auf die Bühne. „Da schwitzen die Männer hier schon beim Zusehen“, ulkte Ilka Zander. Nicht nur sie war beim Finale des fröhlichen Spektakels zufrieden.

Von Burkhard Ohse

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