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„Bild gehört nach Hankensbüttel“

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Die Hamburgerin Barbara Rose mit dem Gemälde des Malers Ernst Elsner vor der Hankensbütteler Kirche. Gemalt wurde es im Jahre 1921. Foto: Manicke

Hankensbüttel. Auf dem Weg vom Harz nach Hamburg hat Barbara Rose extra einen Zwischenstopp eingelegt, um ein Ölgemälde zu präsentieren, das die St. Pankratiuskirche zeigt. Gemalt hat es im Jahre 1921 der Harz- und Heidemaler Ernst Elsner.

Dass sich das Gotteshaus in dieser langen Zeit verändert hat, kann man auf dem 75 Zentimeter breiten und 57 Zentimeter hohen Bild gut erkennen.

War die Kirche vor 100 Jahren noch in einem warmen Gelbton gestrichen, wie man auf dem Bild sehen kann, ist sie heute mit weißer Farbe übermalt worden, die an vielen Stellen nicht mehr so ansehnlich ist.

Die Eltern von Barbara Rose kauften das Bild im Jahre1940 und hängten es in ihr Wohnzimmer in ihrer Wohnung im Harz. „Beim Anblick dieser so wuchtigen Kirche fanden sie Trost und Stärke“, erzählt die ältere Dame im Gespräch mit dem IK. Denn in der Nazi-Zeit hätten die Eltern sehr zu leiden gehabt. Ein Grund sei auch die Weigerung gewesen, in die Partei Hitlers einzutreten.

Der Vater war zuerst als Ingenieur tätig, wurde dann selbstständiger Unternehmer, der mehrere Bäckereien betrieb.

Obwohl das Bild ein wichtiges Symbol für die Familie war, müsse sie sich von dem Gemälde trennen. Sie sei inzwischen selber sehr alt und ziehe deshalb in eine kleinere Wohnung in der Nähe der Kinder. „Ich denke, es ist an der Zeit dieses Bild, das durch so viel Not, Gefahr, aber auch Glück geleitet hat, wieder in die Gegend seines Ursprungs zurückzubringen“, unterstreicht Barbara Rose.

Es wäre schön, wenn sich die Hankensbütteler wieder an dem Gemälde, das ihre Kirche zeigt, erfreuen könnten. Vielleicht könnte es sogar in der Kirche aufgehängt werden. „Das Bild gehört nach Hankensbüttel“, sagt die Hamburgerin, die das Bild verkaufen würde. Interessenten können sich unter den Telefonnummern (01 60) 6 40 25 58 oder (0 40) 6 44 34 33 an Barbara Rose wenden.

Die St. Pankratiuskirche trägt ihren Namen nach einem jungen Märtyrer, der in der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Diokletian enthauptet wurde. Im Jahre 1051 wurde Hankensbüttel erstmalig in einer kaiserlichen Urkunde erwähnt. Die romanische Kirchenanlage mit den zwei Meter dicken Feldsteinmauern entsprich ihrer damaligen Bedeutung. Der massige, gedrungene Turm im Westen und die runde Apsis im Osten sind als ältester Teil der Kirche gut erkennbar. In der Gotik wurden die Gewölbe aufgestockt.

Von Walter Manicke

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