BI kämpft für (Verkehrs)-Entschleunigung

Steinhorst: Gefahrensituationen, Lärm und Sicherheit als Sorgen und Kernthemen bei Bürgern

Ein Bild mit Augenzwinkern, aber vor einem ernsten Hintergrund: Die Verkehrssituation in Steinhorst bereitet den Bürgern Sorge – und führte zu der Idee, die Befürchtungen in Sachen sicherer Schulweg mit zwei Schulkindern, die sicherheitshalber in Bubble Balls stecken, zu demonstrieren.
+
Ein Bild mit Augenzwinkern, aber vor einem ernsten Hintergrund: Die Verkehrssituation in Steinhorst bereitet den Bürgern Sorge – und führte zu der Idee, die Befürchtungen in Sachen sicherer Schulweg mit zwei Schulkindern, die sicherheitshalber in Bubble Balls stecken, zu demonstrieren.
  • Paul Gerlach
    vonPaul Gerlach
    schließen

Steinhorst – Einige Anwohner haben nach fruchtlosen Jahren des Hin und Hers und vielen ausgetauschten Argumenten schon resigniert, bei anderen Steinhorstern bildet sich nun Kampfgeist: Die Verkehrsbelastung treibt den Ort seit Jahren um.

Das betrifft nicht nur die Marktstraße (L 280) auf ihrer gesamten Länge inklusive des Überganges am Schulmuseum, aber auch die Dammstraße, die Kreuzung Metzinger Straße/Celler Straße sowie die L 280 hoch Richtung DRK-Kita am Apfelweg. Jetzt hat sich eine Bürgerinitiative gebildet: Sie trägt den vielsagenden Namen „(Verkehrs-)Entschleunigung in Steinhorst“.

Viele Themen auf Fahne

Die BI will sich nicht beschränken und hat sich eine Menge Themen auf die Fahnen geschrieben. Da sind die Eltern von schulpflichtigen Kindern, die sich einen sicheren Schulweg wünschen. Insbesondere die Lachtebrücke wird etwa als Gefahrenpunkt gesehen. Da sind die vom Verkehrslärm geplagten direkten Anwohner der Marktstraße. Da sind die Menschen, die auf der engen Straße Angst vor Unfällen und gefährlichen Verkehrssituationen haben. Da sind diejenigen, die sich eine andere Verkehrslenkung für die großen Lkw wünschen, die durch den Ort rattern. Das Gequietsche der Lastwagen und das Verrutschten der Ladung wird als grenzwertig gesehen. Doch dabei bleibt es nicht: Immer wieder – inzwischen dutzendfach – wurden in den engen Kurvenbereichen Dachrinnen beschädigt oder ganze Ziegelreihen von Dächern durch Lkw-Auflieger abgerissen. Seit vielen Jahren geschehen immer wieder Unfälle. Erst am 4. Januar hatte sich ein Lkw-Unfall ereignet – in der Marktstraße in Richtung Mühle. Ein Laster kam von der Straße ab und knallte gegen eine Eiche und gegen den Dachstuhl einer Scheune (das IK berichtete). Nach Polizeiangaben belief sich der Schaden auf insgesamt 70.000 Euro. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Dieser Vorfall ließ den Unmut der Bürger nun zum wiederholten Male hochkochen und trug mit zur Gründung der BI bei.

Dass die Verkehrsbelastung in Steinhorst nicht nur subjektiv und gefühlt hoch ist, zeigen Messdaten der Samtgemeinde aus März 2017 (Fahrtrichtung: ankommend Richtung Ortsmitte, nicht abfahrend). Über einen Zeitraum von sieben Tagen fuhren 9186 Fahrzeuge durch den Ort, alle 50 Sekunden im Schnitt eines. In zwei Drittel der Fälle waren sie schneller unterwegs als Tempo 50. Der Schwerlastverkehrsanteil lag bei 16,7 Prozent. Die gefahrenen Geschwindigkeiten: der schnellste Zweiradfahrer fuhr 68 km/h, der schnellste Lkw 78, der schnellste Lastzug 84, der schnellste Transporter 89 und der schnellste Pkw 100.

Seitens der BI wird eine gesammelte Aktion geplant. So soll etwa eine Unterschriftenliste eingeholt werden. Über öffentlichen Druck und sachliche Argumente sollen Änderungen herbeigeführt werden und somit eine Verbesserung der Gesamtsituation erreicht werden. Alle betroffenen Verkehrspunkte sollen nach und nach definiert werden. Die BI will auf Gefahrensituationen hinweisen und auf die zuständigen Behörden einwirken. Angepeilt ist eine Geschwindigkeitsminderung im Ort, außerdem sollen die Engstellen geregelt werden, damit dort die Lkw sich nicht festfahren. Politisch will die BI unabhängig bleiben. Ihr Tenor ist: So wie momentan geht’s nicht mehr weiter. Die Bürger stellen sich auf ihre Hinterbeine und wollen etwas gegen die jetzige Situation tun. Weiterer Bericht folgt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare