In Hankensbüttel gibt es jede Menge Tipps zum richtigen Umgang mit dem Rollator

„Beste Erfindung des Jahrhunderts“

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In einem Parcours konnten die Tipps umgesetzt werden.

Hankensbüttel.

Tipps für unfallfreies Fahren mit dem Rollator gab es jetzt im Seniorenzentrum an der Mühle in Hankensbüttel: Der Seniorenbeirat der Samtgemeinde Hankensbüttel hatte zu diesem Training mit Verkehrssicherheitsberater Hans-Heinrich Kubsch von der Gifhorner Polizei eingeladen.

„Wir können froh sein, dass es den Rollator gibt“, sagte der 59-Jährige, der seit 43 Jahren bei der Polizei arbeitet. In Hankensbüttel informierte er auf die Einladung von Gudrun Posimowski hin über die Nutzbarkeit der nützlichen Geräte. In früheren Zeiten sei man hingegen auf die Hilfe der Familienangehörigen angewiesen gewesen. „Bei Gleichgewichtsproblemen ist es das ideale Gerät“, sagte Kubsch. Denn man könne sich mit beiden Händen abstützen.

„Der Rollator ist eine gute Gehhilfe und ist auch ein Gehilfe“, brachte es Kubsch auf den Punkt. Man könne seine Einkäufe in den Korb legen, er sei ein einfaches Transportmittel. „Für den Sixpack Bier“, lautete ein Zwischenruf aus der Teilnehmerrunde zur allseitigen Erheiterung. Das größte Problem des Rollators sei, dass er überhaupt angenommen werde, sagte Kubsch. Frauen würden ihn gerne nutzen, Männer hätten ein Problem damit und würden sich bis zum Schluss sträuben. „Man muss sich nicht rechtfertigen“, betonte Kubsch. Ein Unfall, ein Schlaganfall, ein Herzinfarkt – auch Jüngere könne es schnell treffen. „Ohne Rollator geht nichts mehr. Er ist die einzige Chance, noch mobil zu sein“, unterstrich der Polizeibeamte. Daher bitte er Betroffene stets darum, den Rollator anzunehmen. „Und dann heißt es: Üben. Das ist wie Radfahren.“ Mit dem Gefährt könne man sich auf engstem Raum bewegen. „Er ist die beste Erfindung des Jahrhunderts“, sagte eine Dame über das Gerät, das in seiner modernen Form 1978 in Schweden erfunden worden war.

Mitarbeiter des Sanitätshauses Hodenhagen unterstützten Kubsch bei seinem Vortrag. Sie stellten außerdem die Rollatoren der Senioren richtig ein und informierten über passendes Zubehör. „Wenn der Rollator falsch eingestellt ist, ist das ein Fehler. Er muss auf der richtigen Höhe eingestellt sein“, sagte Kubsch. Bei der Auswahl der Geräte sei wichtig, dass die Sitzfläche gleichzeitig eine Art Deckel für den Einkaufskorb sei, denn bei offenen Körben könnten Diebe sehr leicht hineingreifen und Wertsachen stehlen. Für das Aufbewahren von Geld biete sich ein Brustbeutel an. Wenn man Taschen dabei habe, solle man, deren Henkel über den Lenkergriff ziehen. Eine Rückenlehne sei sinnvoll, um sich auch mal hinsetzen zu können.

Kubsch hatte zum Ausprobieren und praktischen Umsetzen der Tipps im Seniorenzentrum einen Parcours aufgebaut. „Man darf den Rollator nicht tiefgebeugt wie eine Schubkarre schieben. Dann rollt er nach vorne weg.“ Stattdessen solle man sich sehr nah an das Gerät stellen und sich nach oben drücken beim Gehen mit kleinen Schritten. Dadurch komme man auch mit dem Kreuz höher. Wichtig: Wenn man sich hinsetze, müsse die Bremse gezogen sein. Im Bus dürfe man sich niemals auf den Rollator setzen. Ist man draußen unterwegs, seien festes Schuhwerk und helle Kleidung, eventuell sogar eine Warnweste, nötig. Auch Beleuchtung und Klingel für den Rollator seien sinnvoll.

Von Paul Gerlach

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