Kreislandvolk zieht in Emmen durchwachsene Bilanz

Bessere Ernte als 2016

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Gut gefüllt war der Saal des Gasthauses Pasemann in Emmen bei der Bezirksversammlung des Landvolk-Kreisverbands.

Emmen. Der Pasemann’sche Saal in Emmen war gut gefüllt, als der Vorsitzende des Landvolk-Kreisverbands Joachim Zeidler seine zahlreichen Berufskollegen begrüßte. Er erinnerte daran, dass noch vor ein paar Jahre ein wesentlich kleineres Sitzungszimmer ausgereicht hatte.

Zeidler ging dann aber sofort auf das zurückliegende Geschäftsjahr ein.

Vorsitzender Joachim Zeidler resümierte das verregnete Jahr 2017.

Unter den starken Wetterkapriolen haben besonders die Kartoffelbauer gelitten. Bei den späten Getreidesorten fehlte am Ende die Sonne. Feuchte Schläge konnten nicht abgeerntet werden. Teilweise steckten Mais, Kartoffeln und Rüben jetzt noch in der Erde. Der einzig positive Effekt an diesem Wetter waren die geringen Beregnungskosten. Immerhin wurde trotz ungünstiger Witterung eine bessere Ernte als 2016 eingefahren. „Obwohl wir ertragsmäßig über dem Landesdurchschnitt liegen, bleibt trotzdem die Sorge“, so Zeidler abschließend, „dass nötige Investitionen für die Zukunft nicht erwirtschaftet werden können.“

Geschäftsführer Klaus-Dieter Böse warnte eindringlich vor der afrikanischen Schweinepest. Von dieser Seuche sind in den baltischen Ländern und in Polen schon weite Gebiete betroffen. „Die Frage ist nicht“, so Böse, „ob sie kommt, sondern wann sie kommt. Daher müssen schon jetzt Präventivmaßnahmen getroffen werden.“ Etwa effektive Grenzkontrollen, Wildschweinreduktion, Verbot des Jagdtourismus und Abschlegeln der Zwischenfrucht für eine effektivere Wildschweinjagd. Sehr wichtig sei es, eine Tierertragsversicherung abzuschließen. Ausführlich erläuterte Böse, anhand von ausgesuchten Beispielen, die Neuerungen der Düngeverordnung.

Kai-Uwe Dittmann stellte die vielfältige Hilfe vor, welche die Abteilung „Agrardienstleistungen“ den Mitgliedern bietet. Ausführlich erläuterte er die Düngebedarfsermittlung. Er wies außerdem darauf hin, dass am 8. März im Gasthaus Schönecke in Wahrenholz eine Info-Veranstaltung zum Thema „Antragsverfahren“ stattfindet.

Steffen Meyer aus Langwedel berichtete über die Aktivitäten der Junglandwirte. Sie nehmen etwa an Berufswettbewerben teil und veranstalten Fachvorträge.

Geschäftsführer Horst Schevel berichtet, dass immer mehr Schutz- und Überschwemmungsgebiete ausgewiesen werden. So sollen in Kürze die Überschwemmungsgebiete Bruno und Riet in Schönewörde ausgewiesen werden. Die Stellungnahme des Landvolkes hierzu ist erfolgt. Größere Probleme macht, so Schevel, die Ausweisung des Naturschutzgebietes entlang der Ise und der Nebenflüsse. Es war abzuwägen, ob eine Klage gegen die Breite von beiderseits 20 Metern eingereicht wird. Nach sorgfältiger Prüfung wird aber der Klageweg in dieser Angelegenheit nicht beschritten.

Zum Abschluss der informativen Veranstaltung stellt Henning Buhr aus Emmen die Imagekampagne „Echt grün – Eure Landwirte“ vor. Vom Landvolk Emsland bis zum Landvolk Hannover sind schon acht Verbände in diesem Zusammenschluss. Es wird großflächig in größeren Städten mit Plakaten sowie in und auf U- und Straßenbahnen für die heimische Landwirtschaft geworben. Ein Großteil der Landwirte befürwortet den Eintritt des Landvolkes Gifhorn in diese Kooperation.

Von Manfred Gades

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